Hausgottesdienst am
2. Fastensonntag im Jahreskreis A
1. März 2026
Lied:Gl 363, 1-3 (Mel.: 375) Herr, nimm auch uns zum Tabor mit...
Kreuzzeichen - evtl. Entzünden einer Kerze
Gedanken zur Hinführung:
„Wer die Wahl hat, hat die Qual.“ - An diesem Sonntag werden in den bayrischen Diözesen die neuen Pfarrgmeinderäte bzw. Gemeinde-Teams gewählt. Nächsten Sonntag stehen in Bayern die Kommunalwahl - und Bürgermeisterwahlen an.
In den Texten des heutigen Sonntags geht es nicht nur um das „Gewählt werden“, sondern um das „Erwählt sein“. Gott hat etwas mit uns vor - mit jedem und jeder von uns.
Gebet:
Gott,
Jesus, dein Sohn, kam in diese Welt.
Er ist dein Ja zu uns, das Geschenk deiner Liebe an uns.
Er hat uns die Frohe Botschaft verkündet,
dass du uns liebst und zu uns stehst.
Durch ihn sind wir dein Söhne und Töchter, deine Kinder geworden.
Hilf uns,
dass wir auf sein Wort hören und seinem Beispiel folgen,
damit wir glücklich werden und anderen Freude schenken.
Darum bitten wir durch ihn,
Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
(Nach: Heriburg Laarmann - Mit allen Sinnen das Lebens feiern - S. 145)
Lesung aus dem Buch Genesis (Gen 12, 1-4a)
Der Herr sprach zu Abram: Zieh weg aus deinem Land, von deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem großen Volk machen, dich segnen und deinen Namen groß machen. Ein Segen sollst du sein. Ich will segnen, die dich segnen; wer dich verwünscht, den will ich verfluchen. Durch dich sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen. Da zog Abram weg, wie der Herr ihm gesagt hatte.
Antwortgesang: Gl 451, 1+2: Komm, Herr, segne uns...
Ruf v. d. Evangelium: Gl 560, 1: Christus Sieger, Christus König...
Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus (Mt 17, 1-9)
Jesus nahm Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg. Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht. Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus.
Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören. Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.
oder in leichter Sprache:
Petrus und Jakobus und Johannes sind drei Freunde von Jesus. Einmal nahm Jesus Petrus und Jakobus und Johannes mit auf einen Berg. Da passierte etwas Erstaunliches mit Jesus: Das Gesicht von Jesus leuchtete hell wie die Sonne. Die Kleidung von Jesus leuchtete weiß wie das Licht. Plötzlich erschienen 2 berühmte Männer. Der eine Mann hieß Mose. Der andere Mann hieß Elija. Mose und Elija redeten mit Jesus.Petrus sagte zu Jesus: Jesus. Es ist gut, dass wir hier sind. Ich kann drei Hütten bauen. Eine Hütte für dich. Und eine Hütte für Mose. Und eine Hütte für Elija.
Als Petrus das sagte, kam eine Wolke. Die Wolke leuchtete hell.Die Wolke leuchtete auf Jesus, Mose, Elija, Petrus, Jakobus und Johannes.Aus der Wolke kam eine Stimme. Die Stimme sagte: Jesus ist mein geliebter Sohn.Jesus gefällt mir. Ich habe Jesus lieb. Ihr sollt auf Jesus hören.
Petrus und Jakobus und Johannes hörten die Stimme. Sie bekamen große Angst.Sie warfen sich auf den Boden. Sie versteckten ihr Gesicht. Jesus ging zu Petrus und Jakobus und Johannes hin. Jesus fasste sie an.Jesus sagte: Steht auf. Beruhigt euch. Habt keine Angst.
Petrus und Jakobus und Johannes standen wieder auf. Sie schauten herum.Sie konnten nur noch Jesus sehen. Jesus stieg mit Petrus und Johannes und Jakobus wieder vom Berg hinunter.Unterwegs sagte Jesus zu Petrus und Jakobus und Johannes: Ihr habt erstaunliche Sachen gesehen. Das sollt ihr jetzt noch nicht den anderen Leuten erzählen. Ihr sollt das erst später erzählen. Ihr sollt das erst erzählen, wenn ich gestorben bin. Und wenn ich von den Toten auferstanden bin.
Lied:Gl 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht…
Predigtgedanken
Wahlen stehen an - heute für die Pfarrgemeinderäte bzw. die Gemeinde-Teams in unseren Pfarrgemeinden; nächsten Sonntag für Oberbürgermeister; Bürgermeister, Stadträte und Gemeinderäte. Wer sich zur Wahl stellt, der möchte seine Talente und Begabungen, seine Zeit und sein Engagement für ein ganz bestimmtes Anliegen, eine ganz bestimmte Sache einbringen. Wer gewählt wird, dem bzw. der schenken Wählerinnen und Wählern ihr Vertrauen. Sie trauen ihnen diese Aufgabe zu. Wir leben in einer Zeit vielfältigen Wandels. Vieles, was über Jahre und Jahrzehnte ein Stück Selbstverständlichkeit war, bricht weg. Etliche treten bewusst aus der Kirche aus, andere bleiben zwar, nehmen aber viele der Angebote des Gemeindelebens nicht mehr wahr. Neue Formate, neue Angebote werden gesucht und ausprobiert - in der Hoffnung, damit wieder neu Interessierte zu finden. Etliche hängen noch an den überkommenen Traditionen, andere wünschen sich ganz neue Wege. Das schafft oft Spannungen und Konflikte und es wird die große Kunst für die Zukunft sein, diese unterschiedlichen Interessenlagen auszugleichen.
Die Texte des heutigen Sonntags sprechen aber nicht nur vom „Gewählt werden“, sondern vom „Erwählt sein“. Dies hat noch einmal eine ganz andere Qualität.
Bei einer Wahl geht es - wie erwähnt - um bestimmte Qualitäten, um eine gewisse Qualifikation und Fähigkeiten. Da geht es um Aufgaben, die erledigt werden sollen, um Projekte, die anzugehen sind. Zur Wahl kann ich mich selber stellen. Das ist meine ureigene Entscheidung.
Erwählt sein - das kommt mir von außen, von jemand anderem zu. Gott ist es, der Abram erwählt, der ihn bei seinem Namen ruft, der ihm zusagt, dass er Segen empfängt und selber zum Segen für andere werden soll. Abram muss keine Vorleistung erbringen, um von Gott erwählt zu werden. Wer erwählt wird, der hat es nicht nötig, dass andere ihm ihr Vertrauen aussprechen. Es ist Gott selber, der dem bzw. der Erwählten sein Vertrauen schenkt. Dem Wort Gottes folgen, so zeigt die Geschichte von Abram, heißt, immer wieder aufzubrechen, Neues zu wagen, in neue räume vorzudringen. Und das ein Leben lang.
Auch Jesus erfährt diese Erwählung durch seinen Vater im Himmel - bei der Verklärung auf dem Berg Tabor. Ihm wird von Gott zugesagt: Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe. Und auch wir alle, die wir getauft sind, haben dieses Geschenk der Erwählung empfangen. Mit unserer Taufe hat uns der Vater im Himmel zugesprochen: Du bist meine geliebte Tochter, mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden. Die Kindertaufe macht das deutlich: Unsere Erwählung fußt nicht auf unsere eigenen Leistung, auf unseren Stärken und Qualtäten. Nein, unsere Erwählung wird uns umsonst zuteil - also gratis: Und gratis bedeutet übersetzt: aus Gnade, unverdient, ohne Vorleistung.
Aus diesem Geschenk dürfen wir leben; aus dieser Zusage dürfen wir immer wieder Hoffnung schöpfen. Wir sind von Gott geliebt und angenommen - seine Barmherzigkeit für uns ist immer größer als unsere eigene Unzulänglichkeit oder Versagen. Aus dieser Zusage dürfen wir leben, mit dieser Zusage unser Leben und unseren Glauben gestalten.
Für Familien mit Kindern:
Wer ist dieser Jesus eigentlich? Ein Wunderheiler, ein besonders guter Mensch, ein Prophet, ein Kämpfer, der das Volk Israel von den Feinden befreit? Sicherlich haben sich die Jünger immer wieder diese Frage gestellt. Auf dem Berg haben Petrus, Jakobus und Johannes die Antwort bekommen. Jesus ist Gottes geliebter Sohn. Deswegen ist Jesus wunderbarer, wichtiger und größer als alle anderen zusammen.
Herr Jesus Christus, du bist Gottes Sohn. Immer wieder darf ich dein Wort hören, an dich glauben und dir nachfolgen. Ich danke dir dafür. Amen (dkv - Mein Sonntagsblatt 2010)
Glaubenslied:Gl 354: Gott ist dreifaltig einer...
Fürbittgebet
Die Fürbitten sind unser Gebet für die anderen. Es bedarf nicht vieler Worte, denn Gott kennt uns und weiß schon zuvor, worum wir bitten wollen.
Wir können Fürbitten aussprechen, manchmal reicht es, die Namen derer laut auszusprechen, die man Gott ans Herz legen will, .
Wir dürfen Gott unsere Bitten aber auch still anvertrauen.
Als Antwortruf eignen sich: Gl 182 oder Gl 817
oder:
Herr Jesus Christus, auf dich dürfen wir vertrauen, an dir dürfen wir unser Leben ausrichten. Wir bitten dich:
➢ Für alle, die unter den aktuellen Kämpfen im Nahen Osten, dem Krieg in der Ukraine, aber auch unter den anderen kriegerischen Auseinandersetzungen in unserer Welt leiden: Für alle, die Hab und Gut verloren haben; für alle Flüchtlingen; für alle Eltern, Ehefrauen und Kinder, die sich um das Leben ihrer Söhne, Ehemänner und Väter im Kriegseinsatz sorgen.
➢ Für alle Großen und Mächtigen, die dazu beitragen können, dass wieder Versöhnung und Frieden einzieht in diese Welt.
➢ Für alle, die sich in diesen Tagen zur Wahl stellen. Erfülle sie mit deinem Geist, damit sie durch ihr Tun zum Segen für andere werden können.
➢ Für alle, die ein schweres Leid tragen und daran zu zerbrechen drohen.
➢ Für alle unsere Verstorbenen, dass sich in der Erfahrung der Auferstehung alle Brüche und Zumutungen ihres Lebens klären.
Herr, unser Gott! Du erwählst Menschen, machst sie zu deinen Söhnen und Töchtern. Hilf uns, deinem Sohn zu folgen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn.
Hinführung zum Vater unser:
Herr Jesus Christus, mit deinen Worten dürfen wir zu dem beten, der auch uns als seine geliebten Söhne und Töchter anspricht: Vater unser…
Lied:Gl 831, 1+3: Gott, dein guter Segen...
Gebet:
Liebender Gott,
wir danken dir, dass du uns Jesus, deinen Sohn, geschenkt hast.
In dieser Feier durften wir erfahren, wie du zu ihm stehst.
Durch ihn hast du uns als deine Kinder angenommen.
Wir danken dir, dass du immer und überall in Liebe zu uns stehst.
Hilf uns, auf das Wort deines Sohnes zu hören,
damit wir zu ihm gehören und so teilnehmen dürfen an deiner Herrlichkeit.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus,
der unser Licht und unser Leben ist,
heute und in Ewigkeit.
Amen (Heriburg Laarmann - Mit allen Sinnen das Lebens feiern - S. 149)
Zum Nachdenken:
Wenn wir nach oben schauen
und dich nicht sehen, Herr,
wenn wir nach Hütten suchen,
nach Orten und Heimat,
wo wir geborgen sind -
und wir nur Fremde spüren
und Unruhe im Herzen.
Wenn wir nach oben schauen
und uns die Wolke verhüllt,
und wir nicht erkennen,
dass unser Suchen ein Ziel hat,
dass unser Leben geführt wird
von dir, den der Vater gesandt
und der uns allen den Himmel erschloss.
Wenn wir nach oben schauen,
bleib uns nicht verborgen.
Komm zu uns, in unsere Hütten,
sende dein Licht in unser Dunkel,
sag auch uns: Habt keine Angst! (Alexander Holzbach - „das zeichen“)
Segen
So segne uns und alle, die uns nahe sind, der allmächtige und barmherzige Gott - der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Singet Lob und Preis - Dank sei Gott, dem Herrn!
Lied:Gl 365: Meine Hoffnung und meine Freude…(2x)
