Hausgottesdienst am
1. Weihnachtsfeiertag im Jahreskreis A
25. Dezember 2025
Lied:Gl 239,1-3: Zu Bethlehem geboren...
Kreuzzeichen
evtl. Entzünden einer Kerze
Gedanken zur Hinführung:
Die Heilige Nacht ist vorüber. Die Hirten sind zurückgekehrt zu ihren Herden, die Engel zurück in den Himmel. Doch Weihnachten, das Geheimnis der Menschwerdung wirkt weiter. Es hat ja erst begonnen. Es will weiterwirken durch uns, die wir uns einlassen wollen auf den, der in dieser Nacht Mensch geworden ist, die wir ihn einlassen wollen in unser Leben, der unser Bruder geworden ist.Begrüßen wir dieses ewige Wort Gottes unter uns und stimmen wir ein in das Lob Gottes:
Gl 237, 2+7
Gebet:
Allmächtiger Gott,
dein ewiges Wort ist Fleisch geworden,
um uns mit dem Glanz deines Lichtes zu erfüllen.
Gib,
dass in unseren Werken widerstrahlt,
was durch den Glauben in unseren Herzen leuchtet.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
unseren Mensch gewordenen Bruder und Herrn. (Messbuch)
Lesung aus dem Buch Jesaja (Jes 52, 7-10)
Wie willkommen sind auf den Bergen die Schritte des Freudenboten, der Frieden ankündigt, der eine frohe Botschaft bringt und Rettung verheißt, der zu Zion sagt: Dein Gott ist König. Horch, deine Wächter erheben die Stimme, sie beginnen alle zu jubeln. Denn sie sehen mit eigenen Augen, wie der Herr nach Zion zurückkehrt. Brecht in Jubel aus, jauchzt alle zusammen, ihr Trümmer Jerusalems! Denn der Herr tröstet sein Volk, er erlöst Jerusalem. Der Herr macht seinen heiligen Arm frei vor den Augen aller Völker. Alle Enden der Erde sehen das Heil unseres Gottes.
Halleluja:Gl 721 oder 716
Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 1, 1-5.9-14)
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist. In ihm war das Leben und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst. Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben, die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.
Lied:Gl 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht…
Predigtgedanken:
Wir machen in unserem Leben viele Worte. Manche davon sind leer, unnütz, unbedacht dahin gesagt. Belanglosigkeiten sind dabei, falsche Versprechungen. Manche Worte haben aber auch Gewicht. Wenn es um Lebensentscheidungen geht oder um andere bedeutsame Entscheidungen geht: vor dem Traualtar, wenn sich zwei Menschen für ein Leben lang Liebe und Treue versprechen oder wenn ich als Zeuge vor Gericht geladen bin und es um die Wahrheitsfindung geht. „Du hast mein Wort“ heißt es bei Vertragsverhandlungen.
Aber nicht immer halten diese Versprechen. Wir machen auch immer wieder die Erfahrung, dass Menschen wort - brüchig werden.
Auch zu Weihnachten werden viele Worte gemacht. Wir schicken Weihnchtsbriefe, Grußkarten, E-Mails. Manche dieser Grüße gehen wirklich zu Herzen. Auf anderen heißt es nur eher nichtssagend: Frohe Weihnachten wünscht...Und nach den Feiertagen werden die Mails gelöscht und die meisten Karten warten ins Altpapier.
Aber an Weihnachten begegnet uns auch ein Wort mit Nachhaltigkeit, ein ewiges Wort, das über die Jahrtausende seine Gültigkeit und Wahrheit bewahrt hat, das auch heute noch den Menschen etwas zu sagen hat. Millionen Jahre bevor der Mensch das erste Wort gesprochen hat, hat dieses Wort die Welt und den Menschen ins Dasein gerufen.
„Gott sprach…“ so heißt es in den ersten Zeilen des Buches Genesis, dem ersten Buch der Heiligen Schrift in der Schöpfungsgeschichte. „Alles ist durch das Wort geworden.“ so heißt es im Prolog des Johannesevangeliums, den wir gerade gehört haben.
Dabei ist der Begriff „Wort“ eine sprachliche Verkürzung. Der griechische Ausdruck „logos“ meint mehr als nur „Wort“. Logos - das meint darüberhinaus „die Lehre“, „der vernünftige Grund“, „der Sinn“.
Wir beziehen uns in unserem Alltag auf diesen Logos, wenn wir von der Logik sprechen, wenn wir betonen: „Etwas ist logisch“. Etwas erschließt sich. Etwas macht Sinn.
Ist es also logisch - folgerichtig, dass der allmächtige, der ewige Gott seinen Sohn, sein ewiges Wort in die Endlichkeit, in die Niederungen der Welt sendet? Eigentlich nicht. Eigentlich ist das unbegreiflich. Und die anderen Weltreligionen tun sich ja auch schwer mit unserer Verkündigung des einen Gottes in drei Personen, eines Gottes, der sich auf Augenhöhe mit den Menschen begibt.
Macht es Sinn, dass Gott sein ewiges Wort in die Welt, zu den Menschen sendet. Auf jeden Fall - zumindest für uns Menschen, weil uns dieses Wort, dieser Logos uns immer wieder neu den Sinn unseres Lebens erschließen will.
Doch sind wir noch offen, noch aufgeschlossen für dieses Wort? Sind wir noch bereit, auf dieses Wort zu hören, uns darauf einzulassen? Trauen wir diesem Wort Gottes, seinem Logos noch? Trauen wir ihm zu, dass er sinnstiftend unser Leben verändern kann oder stößt er bei uns auf taube Ohren. Auch Johannes mahnt: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ Um dann hinzuzufügen: „Die ihn aber aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.“
Was zeichnet diese Gotteskindschaft aus? Z.B. dieses Wort mit Leben zu füllen. Wo Menschen einander zusagen: „Ich halte zu dir“, „ich hab dich so gern“, ich liebe dich für immer“, „ich verzeihe dir von ganzem Herzen“ - da wird etwas spürbar und erfahrbar von diesem Logos Gottes, der in Jesus Christus Mensch geworden ist.
Genau diese Zusagen schenkt uns Gott an Weihnachten - uns zu lieben, uns zu tragen und zu halten, uns immer wieder einen Neuanfang zu ermöglichen.
Worte müssen nicht leer sein, nicht Schall und Rauch. Worte können aufrichten, Leben retten, neuen Sinn stiften.
An Weihnachten hat dieser Logos Gottes ein Gesicht bekommen, hat Gott sein wahres Gesicht gezeigt - im wehrlosen und ohnmächtigen Kind in der Krippe.
Lied:Gl 752,1-3: Freu dich, Erd und Sternenzelt...
Fürbittgebet
Herr Jesus Christus, mit deiner Geburt und Menschwerdung bringst du die Logik Gottes in unsere Welt und unser Leben, Wir bitten dich:
➢ Für alle, die an dich glauben, die selber nach dem Sinn ihres Lebens fragen und versuchen, anderen Sinn zu vermitteln.
➢ Für alle, die unter Krieg und Gewalt leiden und sich nach Menschlichkeit und einem Leben in Menschenwürde sehnen.
➢ Für alle, die ein schwerer Schicksalsschlag getroffen hat und die am sinn ihres Lebens zweifeln.
➢ Für alle, die diese Weihnachtstage alleine und in Einsamkeit verbringen müssen und niemanden haben, der ihnen Nähe und Zuwendung schenkt.
➢ Für alle, die uns vorausgegangen sind in das Land des Lichtes und Friedens, dass sich ihnen dort der endgültige Sinn ihres Lebens erschließt.
Guter Gott, in der Geburt des Kindes in Bethlehem ist dein Wort Fleisch geworden. Schenke uns ein Herz, das es aufnimmt und in der Welt lebendig sein lässt. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, unseren Bruder Herrn.
Vater unser:
Herr Jesus, du gibst allen, die dich aufnehmen die Macht, Kinder Gottes zu werden. Deshalb beten wir: Vater unser...
Lied:Gl 243, 1-3: Es ist ein Ros entsprungen…
Gebet:
Herr, unser Gott,
die Menschwerdung deines Sohnes
erfülle uns mit Freude und Dank.
Lass uns dieses unergründliche Geheimnis im Glauben erfassen
und in tätiger Liebe bekennen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
(Messbuch)
Segen
Nicht, dass von jedem Leid verschont Du mögest bleiben,noch, dass dein künft'ger Weg stets Rosen für Dich trageund keine bittere Träne über Deine Wangen kommedies alles, nein, das wünsche ich Dir nicht!Mein Wunsch für Dich ist vielmehr dieser:Dass dankbar Du und allezeit bewahrst in Deinem Herzendie kostbare Erinnerung der guten Ding' in Deinem Leben;
Dass mutig Du stehst in Deiner Prüfung,wenn hart das Kreuz auf Deinen Schultern liegtund wenn der Gipfel, den es zu ersteigen gilt,
ja selbst das Licht der Hoffnung zu entschwinden droht;Dass jede Gottesgabe in Dir wachseund mit den Jahren sie Dir helfe,die Herzen froh zu machen, die Du liebst;Dass immer einen wahren Freund Du hast,der Freundschaft wert, der Dir Vertrauen gibt,wenn Dir's an Licht gebricht und Kraft;Dass Du dank ihm den Stürmen standhältstund so die Höhen doch erreichst
und dass in Freud und Leid
das Lächeln voller Huld
des Mensch geword'nen Gottessohnes
mit Dir sei
und allzeit so innig mit ihm verbunden,
wie er's für dich ersehnt. (Altirischer Segenswunsch)
So segne uns und alle, die uns nahe sind, der allmächtige und barmherzige Gott - der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Singet Lob und Preis - Dank sei Gott, dem Herrn!
Lied:Gl 238, 1-3: O du fröhliche...
