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Hausgottesdienst am 12. Sonntag im Jahreskreis A

Hausgottesdienst am
12. Sonntag im Jahreskreis A
21. Juni 2026

Lied:Gl 481, 1+5+6: Sonne der Gerechtigkeit...

Kreuzzeichen
evtl. Entzünden einer Osterkerze oder einer anderen Kerze

Gedanken zur Hinführung:
„Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen“ - ist der Titel eines der Märchen der Gebrüder Grimm. Beim Blick auf unsere Zeit müsste er wahrscheinlich heutzutage nicht sehr weit ziehen, bis er die Erfahrung des Fürchtens machen würde. Die vielen Konflikte und Kriege, der Klimawandel mit seinen Folgen, die rasanten innenpolitischen Veränderungen, aber auch persönliche Schicksalsschläge lehren uns oft das Fürchten. Dem stellt Jesus heute ein „Fürchtet euch nicht!“ entgegen. Versuchen wir, uns mit unserem Leben ihm anzuvertrauen. Stimmen wir mit ein in das Lob Gottes:

Loblied:Gl 383,2: Ich lobe meinen Gott, der mir den neuen Weg weist...

Gebet:
Gott, du bist da.
Deine Gegenwart umhüllt und durchdringt uns
wie die Luft, die wir atmen,
ohne die wir nicht leben können.
Gib, dass wir dir ganz vertrauen
und leben ohne Angst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
unseren Bruder und Herrn.(Messbuch 5/306)

Lesung aus dem Buch Jeremia
Jeremia sprach: Ich hörte doch die Verleumdung der Vielen: Grauen ringsum! Zeigt ihn an! Wir wollen ihn anzeigen. Meine nächsten Bekannten warten alle darauf, dass ich stürze: Vielleicht lässt er sich betören, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.Doch der Herr steht mir bei wie ein gewaltiger Held. Darum straucheln meine Verfolger und kommen nicht auf. Sie werden schmählich zuschanden, da sie nichts erreichen, in ewiger, unvergesslicher Schmach.Aber der Herr der Heere prüft den Gerechten, er sieht Herz und Nieren. Ich werde deine Rache an ihnen erleben; denn dir habe ich meine Sache anvertraut. Singt dem
Herrn, rühmt den Herrn; denn er rettet das Leben des Armen aus der Hand der Übeltäter.

Antwortgesang:Gl 435, 1+2: Herr, ich bin dein Eigentum...

Halleluja:Gl 174,1 oder 716

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - (Mt 10,26-33)
Jesus sprach zu seinen Aposteln: Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird.Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.
oder: In leichter Sprache
Einmal sagte Jesus zu seinen Freunden: Viele Leute denken, dass sie mächtig sind.Und dass sie immer Recht haben. Und alles dürfen. Dass sie sogar Menschen umbringen dürfen. Wenn die Menschen eine andere Meinung haben. Jesus sagte: Ihr braucht euch vor diesen Leuten nicht zu fürchten. Diese Leute können in Wirklichkeit nicht alles. Diese Leute können den Körper umbringen. Aber diese Menschen können nicht euer Herz umbringen. Gott kennt euer Herz. Gott weiß, was in eurem Herzen ist. Gott sorgt für euch. Für Gott seid ihr immer wichtig.
Jesus erzählte ein Beispiel. Jesus sagte: Draußen gibt es viele Spatzen. Die Menschen finden Spatzen langweilig. Aber Gott findet Spatzen wichtig. Gott passt auf alle Spatzen auf. Gott passt sogar auf, wenn die Spatzen fliegen. Damit kein Spatz beim Fliegen herunterfällt. Jesus sagte: Ihr seid viel wichtiger als die Spatzen. Gott passt auf euch viel mehr auf als auf die Spatzen. Bei Gott ist alles von euch wichtig. Bei Gott sind sogar eure Haare wichtig. Gott hat alle Haare auf eurem Kopf gezählt.
Jesus sagte: Ihr könnt den Menschen ruhig erzählen, dass ihr bei Gott wichtig seid.– Und dass Gott auf euch aufpasst.– Und dass Gott immer bei euch ist.– Und dass Gott auf euch schaut.Dann freut sich Gott über euch.© katholisches bibelwerk

Lied:Gl 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht...

Predigtgedanken:
Dietrich Bonhoeffer; Edith Stein; die Geschwister Scholl; Alfred Delp - das sind nur einige geschichtliche Persönlichkeiten, die in Nilkheim in Straßen - oder Platzbezeichnungen auftauchen. Sie alle haben gemeinsam, dass sie unter der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten mutig zu ihrer Überzeugung und ihrem Glauben gestanden sind, für dieses Einstehen Verfolgung, Verurteilung und sogar die Hinrichtung bzw. den Tod im Konzentrationslager auf sich genommen haben. Woher nahmen sie die Kraft, sich gegen eine ganze Diktatur zu stellen und bis zum bitteren Ende sich zur Bedeutung von Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden zu bekennen. Kurz vor seiner Hinrichtung am 9. April 1945 soll Dietrich Bonhoeffer zu einem Mitgefangenen im Konzentrationslager Flossenbürg gesagt haben: „Es ist das Ende. Für mich der Beginn des Lebens.“ Bei all den genannten Widerstandskämpfern und -kämpferinnen spielte ihr ganz persönlicher Glaube eine entscheidende Rolle. In einer Verfilmung des Lebens der Geschwister Scholl verabschiedet sich Sophie Scholl ein letztes Mal von ihrer Mutter. Die Mutter sagt zu ihr: Denk daran: Jesus und sie: Du, aber auch: Jesus!
Aus ihrem Glauben, aus ihrem Vertrauen in einen menschenfreundlichen Gott konnten die Genannten die Kraft finden, einem menschenverachtenden System die Stirn zu bieten. Der Erfahrung von Unfreiheit und Unterdrückung setzen sie den Ruf nach Freiheit entgegen. In einem System, das Menschen klein machen herabwürdigen und entwürdigen wollte, wussten sie um die unangreifbare Würde, die Gott ihnen mit auf den Weg gegeben hatte. Das Unrechtsregime des III. Reiches ist untergegangen. Gott sei Dank und wenn auch unter großen Verlusten und Zerstörungen. Umso wichtiger ist es, dass wir aus unserem Glauben heraus alles versuchen, um dem Frieden, der Gerechtigkeit, der Freiheit auch weiterhin Wege zu bahnen. Das „Fürchtet euch nicht vor den Menschen“ gilt auch uns in unserer Zeit. Wir müssen wachsam und aufmerksam sein, wenn sich jetzt unheilvolle Geschichte zu wiederholen beginnt. „Wehret den Anfängen!“ - daran gilt es sich zu erinnern, wenn sich in unseren Tagen Staatslenker wie Alleinherrscher gebären. Daran gilt es sich zu erinnern, wenn sich in unserem Land wieder rechts - bzw. linksextreme Tendenzen breit machen, die unsere Demokratie gefährden. In der Zeit des Nationalsozialismus gab es viele, die geschwiegen haben, die als Mitläufer versucht haben, den eigenen Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Doch dieses Schweigen hat die Anderen groß gemacht. Deshalb ist es gut und wichtig, wenn in unseren Tagen Menschen für die Demokratie, für Gerechtigkeit, für Freiheit und Frieden aufstehen, auf die Straße gehen und Flagge zeigen, wenn Unrecht beim Namen genannt und nicht verschwiegen wird.
Das Urteil über unser Leben fällt nicht nur diese Welt und die Menschen in ihr. Wir glauben, dass es ein Anderer sein wird, er, der über dieser Welt steht, der das letzte und endgültige Urteil über unser Leben sprechen wird. Einer, der es gut mit uns meint und an dem wir uns immer wieder festmachen dürfen und sollen.
Für Familien mit Kindern:
Fürchtest du dich manchmal, wenn es dunkel wird oder du alleine zu Hause bist? Kennst du Träume, die nicht schön sind? Hast du Sorge, etwas nicht zu schaffen? Machst du dir Gedanken über viele Dinge? Wir Menschen machen uns oft Sorgen, Kinder und Erwachsene. Jesus sagt zu uns, dass wir uns nicht zu viele Sorgen machen sollten. Den Satz: „Fürchtet euch nicht!“ lesen wir immer wieder in der Bibel. Manchmal kann es dir helfen, deine Sorgen und Ängste jemandem zu erzählen. Du darfst alles, was dich belastet, auch Gott im Gebet anvertrauen. Vielleicht schaffen wir es ein Stück weit, auf Jesus zu vertrauen und unsere Sorgen nicht zu groß werden zu lassen.
Guter Gott, manchmal habe ich Angst vor etwas. das ist kein schönes Gefühl. Du sagst, ich soll mich nicht fürchten. Hilf mir, dass mir das gelingt und ich an dich denke, wenn ich Angst habe. Amen

Glaubensbekenntnis:Wir dürfen gemeinsam unseren Glauben bekennen - gesprochen oder gesungen: Gl 456, 1+4: Herr, du bist mein Leben...

Fürbittgebet
Die Fürbitten sind unser Gebet für die anderen. Es bedarf nicht vieler Worte, denn Gott kennt uns und weiß schon zuvor, worum wir bitten wollen.
Wir können Fürbitten aussprechen, manchmal reicht es, die Namen derer laut auszusprechen, die man Gott ans Herz legen will, .
Wir dürfen Gott unsere Bitten aber auch still anvertrauen.
Als Antwortruf eignen sich: Gl 182 oder Gl 817
oder:
Herr Jesus Christus, viele Menschen haben Angst und sind unsicher. Sie suchen Halt, Hilfe und Begleitung. In unseren Bitten bringen wir sie zu dir, Herr, unser Gott: - Liedruf: Du sei bei uns…

➢ Für alle, die mutig und entschlossen ihren Weg suchen und gehen. Gib ihnen die nötige Kraft und verlässliche Menschen an die Seite.
➢ Für alle, deren Weg schwer geworden ist. Die durch Krankheit geschwächt oder durch Krisen verunsichert sind. Lass sie deine Nähe immer spüren.
➢ Für alle, die wegen ihres Glaubens lächerlich gemacht, verletzt, verfolgt und getötet werden. Sei und bleibe ihnen nahe.
➢ Für die Kinder und Jugendlichen, die nach Orientierung suchen. Sei du das Ziel ihrer Sehnsucht.
➢ Für die Menschen, die aus diesem Leben heimgegangen sind zu dir. Lass sie in deiner Liebe leben.
Vater im Himmel, du bist die Kraft unseres Lebens. Hilf uns, dass wir darauf vertrauen - in allen Stunden und bis in Ewigkeit.(Nach: Laacher Messbuch 2023)

Vater unser: Herr Jesus Christus, im Vertrauen auf Dich und den Vater im Himmel finden wir die Kraft, unser Leben zu meistern. Mit deinen Worten dürfen wir beten: Vater unser…

Lied:Gl 429, 3+5: Gott wohnt in einem Lichte…

Gebet:
Herr,
du hast uns gerufen.
Die Unruhe, die uns ergreift,
wenn wir dein Wort hören,
beweist es.
Du kennst unsere Schwäche.
Du weißt, wie leicht wir den Mut verlieren.
Du weißt, wie ängstlich wir unsere Schritte setzen.
Aber du hast uns gerufen.
Darauf verlassen wir uns.
Wirke in uns,
wenn es dein Wille ist.
Brauche uns
und mache uns brauchbar. (beten - action 365 - S. 35)

Gehen wir in die kommende Woche begleitet vom Segen Gottes:
Getrost und getröstet können wir gehen
wir sind nicht allein
Getrost und getröstet können wir das Leben wagen
da ist einer der mit uns ist
Getrost und getröstet können wir uns auf den Weg machen
da ist einer der für uns ist
da ist einer der uns beschützt
der seine bergende Hand über uns hält
über dich und mich
und uns und diese Stadt
unser Land und unsere Welt
Der uns behütet schläft nicht
er nimmt uns in seine Obhut
in ihm können wir getrost sein
Behütet und getröstet von dem
der das Leben will
lasst uns aufbrechen und gehen
dem Leben entgegen
weil wir das Leben mit uns tragen
lasst uns das Leben zu den Menschen bringen
getragen und getröstet von dem
der das Leben ist (Andrea Schwarz: Du Gottes des Weges segne uns-Herder-S. 65ff-in Auszügen)
So segne uns und alle, die uns nahe sind, der allmächtige und barmherzige Gott - der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Singet Lob und Preis - Dank sei Gott, dem Herrn!

Lied:Gl 365: Meine Hoffnung und meine Freude….oder Gl 819: Gott sagt uns immer wieder...

Ausmalbild für Kinder