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Hausgottesdienst am 24. Sonntag im Jahreskreis A

Hausgottesdienst am
24. Sonntag im Jahreskreis A
13. September 2026

Lied:Gl 814, 1+2: Da wohnt ein Sehnen tief in uns...

Kreuzzeichen
evtl. Entzünden einer Kerze

Gedanken zur Hinführung:
„Da wohnt ein Sehnen tief ins uns…“ Die Sehnsucht tragen wir immer in uns und mit uns. Wir sehnen uns nach einem Leben in Frieden, in Zufriedenheit und Gesundheit, sehnen uns nach Harmonie, Gerechtigkeit und Freiheit für alle Menschen dieser Welt und erfahren doch auch immer wieder schmerzlich, dass unsere Sehnsucht enttäuscht wird, dass Schuld und Versagen unser Leben und Zusammenleben beeinträchtigen. Diesen Zwiespalt dürfen wir voll Vertrauen vor Gott bringen:
➢ Jesus, du kennst unsere Sehnsucht nach einem erfüllten und gelingenden Leben - Herr, erbarme dich…
➢ Du weißt um unsere Schwächen und Grenzen - Christus, erbarme dich…
➢ Du zeigst uns Wege zu Versöhnung und Frieden - Herr, erbarme dich...

Stimmen wir mit ein in das Lob Gottes:
Loblied:Gl 169, 1-3: Gloria, Ehre sei Gott...

Gebet:
Guter Gott!
Bei dir ist Freude über jeden Menschen,
der umkehrt und einen Neuanfang wagen will.
denn du bist der Vater, der für alle ein Herz hat.
Lass uns darauf vertrauen
und nach deinem Wort leben.
Hilf uns,
dass auch wir einander vergeben,
wie du uns vergibst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
(Nach Messbuch 27/315)

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom (Röm 14, 7-9)
Keiner von uns lebt sich selber und keiner stirbt sich selber: Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir
sterben, wir gehören dem Herrn. Denn Christus ist gestorben und lebendig geworden, um Herr zu sein über Tote und Lebende.

Antwortgesang:Gl 367, 1+2: Jesus, dir leb' ich...

Halleluja:Gl 174,1 oder 716

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - (Mt 18,15-20)
Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft muss ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt? Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern siebenundsiebzig Mal.
Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König, der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen. Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war.
Weil er aber das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die Schuld zu begleichen.
Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr hatte Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld. Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld bezahlt habe. Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen war. Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener! Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so angefleht hast. Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe. Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln, der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.
oder: In leichter Sprache
Petrus ist ein Freund von Jesus. Petrus will von Jesus alles lernen. Einmal hatte Petrus eine Frage an Jesus. Petrus sagte: Jesus, ich habe einen Bruder. Der Bruder ärgert mich oft. Manchmal verzeihe ich meinem Bruder. Ist es genug, wenn ich meinem Bruder 7-mal am Tag verzeihe? Jesus sagte: Nein. Das ist nicht genug.Du sollst mit dem Verzeihen nie aufhören. Du sollst deinem Bruder mindestens 77-mal am Tag verzeihen. Jesus wollte erklären, dass die Menschen immer verzeihen sollen. Weil Gott auch immer verzeiht. Deswegen erzählte Jesus eine Geschichte vom Verzeihen. Die Geschichte ging so:
Es war einmal ein König. Der König hatte viele Diener. Eines Tages wollte der König sehen, ob die Diener genug arbeiten. Alle Diener mussten zum König kommen. Die Diener mussten erzählen, was sie arbeiten. Und wie viel Geld sie für den König einnehmen. Alle Diener kamen an die Reihe. Ein Diener hatte 10 000 Euro Schulden gemacht. Der König war wütend. Der König sagte: Zur Strafe musst du ins Gefängnis. Und deine Frau auch. Und deine Kinder auch. Ihr müsst solange ins Gefängnis, bis du deine Schulden bezahlt hast. Der Mann war verzweifelt.Der Mann jammerte. Der Mann sagte: Nein, bitte nicht ins Gefängnis. Ich will tüchtig arbeiten. Ich will alle Schulden bezahlen. Ich strenge mich an. Ganz bestimmt. Weil der Diener so jammerte, hatte der König Mitleid. Der König sagte: Ok. Du brauchst nicht ins Gefängnis. Du musst mir auch die Schulden nicht bezahlen. Das mache ich selber. Ich verzeihe dir alles. Da war der Diener sehr froh.Und sehr erleichtert. Der Diener ging nach Hause. Unterwegs traf der Diener einen Kollegen. Der Kollege arbeitete auch beim König. Der Kollege hatte 10 Euro von dem Diener geliehen. Der Kollege musste dem Diener die 10 Euro wieder zurückgegeben. Der Diener sagte zu dem Kollegen: Gib mir die 10 Euro zurück.Sofort. Sonst kommst du ins Gefängnis. Der Diener haute dem Kollegen ins Gesicht. Der Kollege jammerte. Der Kollege sagte: Ich habe das Geld jetzt nicht in der Tasche. Ich will dir das Geld morgen geben. Bitte, hab Geduld mit mir.Bitte, verzeihe mir. Aber der Diener wollte nicht verzeihen. Der Diener wollte die 10 Euro sofort haben. Der Diener sagte: Nein, ich verzeihe dir nicht. Ich stecke dich ins Gefängnis. Du kommst erst wieder aus dem Gefängnis, wenn du die 10 Euro zurück gegeben hast. Der Kollege jammerte und bettelte. Aber der Diener hatte kein Mitleid mit dem Kollegen. Der Diener wollte nicht verzeihen. Der Diener steckte den Kollegen ins Gefängnis. Die anderen Diener sahen, was passiert war.Die anderen Diener waren traurig. Die anderen Diener gingen zum König und erzählten alles. Der König wurde wütend. Der König rief den Diener. Der König sagte zu dem Diener: Du bist ein böser Diener. Du hattest bei mir 10 000 Euro Schulden. Eigentlich wollte ich dich ins Gefängnis stecken. Aber du hast gejammert und gebettelt. Da habe ich Mitleid gehabt. Und ich habe die Schulden selber bezahlt. Ich habe dich frei gelassen. Ich habe dir alles verziehen. Aber jetzt hast du deinen Kollegen ins Gefängnis gesteckt. Nur weil der Kollege 10 Euro Schulden hatte. Dein Kollege hat auch gejammert und gebettelt. Aber du hast kein Mitleid gehabt. Du hast die Schulden nicht verziehen. Du hast den Kollegen ins Gefängnis geworfen. Das ist gemein von dir. Du sollst deinem Kollegen so verzeihen, wie ich es bei dir gemacht habe. Jetzt sollst du zur Strafe auch ins Gefängnis. Wie dein Kollege. Jetzt sollst du auch deine Schulden bezahlen. Wie dein Kollege. Du sollst so lange im Gefängnis sitzen, bis du die 10 000 Euro bezahlt hast. Jesus sagte zu seinen Freunden: Gott ist ähnlich wie der König. Der König verzeiht alles.Gott verzeiht den Menschen auch alles. Genau so sollen die Menschen alles verzeihen. Egal, was passiert. Wenn die Menschen selber nicht verzeihen, ist Gott
ähnlich wie der König. Dann verzeiht Gott den Menschen auch nicht. (Katholisches Bibelwerk)

Lied:Gl 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht…

Predigtgedanken:
Es gibt Schriftworte, die bringen mich immer wieder an meine Grenzen. Das heutige Evangelium mit seiner abschließenden Aufforderung dem Bruder/ der Schwester immer wieder zu vergeben, gehört dazu. Wie weit zieht Jesus da den Kreis? Ähnlich wie beim Gleichnis vom barmherzigen Samariter stehe ich vor der Frage: Wer ist mein Bruder, wer ist meine Schwester im Eigentlichen? Ist das jeder Mensch, der mir begegnet oder gibt es irgendwo eine Grenze?
Ich gebe zu - spätestens seit dem letzten Sonntag bin ich in großer Sorge. Ich habe Angst davor, dass unsere Gesellschaft auseinanderfällt und extreme Geisteshaltungen mehr und mehr Raum greifen; dass vieles, was nach den Erfahrungen des II. Weltkrieges und den Diktaturen auf deutschem Boden mühsam errungen wurde an freiheitlicher Grundordnung, an Respekt vor der Würde jedes einzelnen Menschen, an Aussöhnung und Verständigung durch destruktive Kräfte wieder verloren zu gehen droht. Ich erlebe derzeit so viel Hetze, so viel Verachtung, so viel Abgrenzung in unserer Politik und unserer Gesellschaft. Alles das macht mir Angst. Richard von Weizsäcker hat in seiner Funktion als Bundespräsident am 8. Mai 1985 - zum 40. Jahrestag des II. Weltkrieges bemerkenswerte Worte gefunden in Bezug auf unsere geschichtliche Verantwortung. Er sagte: Wer aber vor der Vergangenheit die Augen verschließt, wird blind für die Gegenwart. Wer sich der Unmenschlichkeit nicht erinnern will, der wird wieder anfällig für neue Ansteckungsgefahren.
Solche Ansteckungsgefahren entdecke ich derzeit wieder in unserer Gesellschaft und es fällt mir sehr schwer, denen von Herzen vergeben zu sollen, die Intoleranz, Abgrenzung und Spaltung schüren.
Auch Jesus hat nicht Harmonie um jeden Preis gesucht. Wo es nötig war - in der Auseinandersetzung mit den Pharisäern, den Schriftgelehrten, der römischen Besatzungsmacht - hat auch er die Finger in die Wunde gelegt, hat Missstände angeprangert, hat andere in ihre Schranken gewiesen. Er hat es getan um der Verkündigung und des Aufbaus des Reiches Gottes willen, das nach seiner Überzeugung ein Reich des Friedens, der Freiheit und der Gerechtigkeit sein soll. Überall, wo diese Gerechtigkeit, diese Freiheit, dieser Frieden bedroht sind, haben Christen nicht nur das Recht, sondern vielmehr auch die Pflicht, mahnend und warnend ihre Stimme zu erheben. Papst Pius XXII. wird bis heute immer wieder vorgeworfen, er hätte nicht klar und deutlich genug gegen den Holocaust Stellung bezogen. Auf der anderen Seite ist nachgewiesen, dass der damalige Bischof von
Münster August Graf von Galen mit seinen mutigen Predigten gegen das Euthanasieprogramm der damaligen Diktatur deren Einstellung erreichte.
Als Christen dürfen wir deshalb gerade nicht zu allem schweigen; dürfen nicht zu allem „Ja und Amen“ sagen, dürfen keinem falsch verstandenen Harmoniebedürfnis verfallen.
Vergebung ja - überall dort, wo echte Versöhnungsbereitschaft spürbar und erfahrbar ist. Aber auch Mut zum Konflikt, zur kritischen Auseinandersetzung, wo die Wahrheit der Frohen Botschaft und Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden aus dem Blick zu geraten drohen.
Für Familien mit Kindern:
Im Vater unser beten wir: Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.“ Manchmal fällt es uns jedoch sehr schwer, Menschen, die uns geärgert oder traurig gemacht haben, zu vergeben. Bei wem fällt es dir besonders schwer?

Glaubensbekenntnis:Wir dürfen gemeinsam unseren Glauben bekennen - gesprochen oder gesungen: Gl 456, 1+4: Herr, du bist mein Leben

Fürbittgebet
Die Fürbitten sind unser Gebet für die anderen. Es bedarf nicht vieler Worte, denn Gott kennt uns und weiß schon zuvor, worum wir bitten wollen.
Wir können Fürbitten aussprechen, manchmal reicht es, die Namen derer laut auszusprechen, die man Gott ans Herz legen will, .
Wir dürfen Gott unsere Bitten aber auch still anvertrauen.
Als Antwortruf eignen sich: Gl 182 oder Gl 817
oder:
Herr Jesus Christus, du begegnest uns mit Liebe und Menschenfreundlichkeit. Wir sollen aber auch bereit sein, einander immer wieder zu vergeben. Wir bitten dich:

➢ Für alle, die sich zerstritten haben, aber keinen Weg zu einander finden und denen die richtigen Worte fehlen.
➢ Für alle Menschen und Völker, die derzeit unter Krieg und Gewalt leiden müssen.
➢ Für alle, die immer wieder - im Großen wie im Kleinen - versuchen, Konflikte zu überwinden.
➢ Für alle, die uneinsichtig sind und allein ihre Interessen sehen.
➢ In unseren ganz persönlichen Fragen, Sorgen und Anliegen (kurze Stille halten!)
➢ Für unsere Verstorbenen, die einen bleibenden Platz in unserer Erinnerung haben, aber auch für die, an die niemand mehr denkt.
Gott, unser Vater im Himmel! Wir danken dir, dass wir mit unseren Anliegen und Bitten immer wieder zu dir kommen dürfen. Bleibe mit uns auf dem Weg. Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn.

Hinführung zum Vater unser: Das Gebet des Herrn schließt ein, dass wir um Vergebung bitten und selbst die Bereitschaft zum Vergeben aufbringen. Um die die Bereitschaft und die Kraft dazu wollen wir bitten: Vater unser...

Lied:Gl 453, 1-4: Bewahre uns, Gott,…

Gebet:
Guter Gott,
du siehst unsere Fehler,
aber du lässt uns auch die Möglichkeit umzukehren.
Du lädst uns immer wieder ein zu einem neuen Anfang.
Wir danken dir, dass du barmherzig bist.
Gib uns den Mut umzukehren
Gib uns die Kraft neu anzufangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
unseren Bruder und Herrn. (Nach: Messbuch 26/ S.314)

Segen
So segne uns und alle, die uns nahe sind, der allmächtige und barmherzige Gott - der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Singet Lob und Preis - Dank sei Gott, dem Herrn!

Ausmalbild für Kinder:

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