Hausgottesdienst am
Heiligabend im Jahreskreis A
24. Dezember 2025
Lied:Gl 751, 1+2: Auf, Christen, singt festliche Lieder...
Kreuzzeichen
evtl. Entzünden einer Kerze
Gedanken zur Hinführung:
„Geschenkt!?“ - so ist diese Christmette überschrieben. Anselm Grün schreibt einmal: Wenn Gott sich uns an Weihnachten schenkt, ist es angebracht, dass auch wir einander etwas schenken. Im Schenken bringen wir zum Ausdruck, dass wir selbst die Beschenkten sind. Das deutsche Wort „schenken“ bedeutet ursprünglich, einem etwas zu trinken geben. Schenken meint also, dem andern, der Durst hat, etwas einzuschenken, damit er seinen Durst stillen kann. Jeder von uns dürstet nach Liebe, nach Zuwendung, nach Wertschätzung. So sehnen sich heute wohl die meisten nach einem Geschenk, das Ausdruck der Liebe ist. Wenn ich mein Herz in ein Geschenk hineinlege, dann erreicht es den andern, dann stillt es seinen Durst. (Anselm Grün: Weihnachten - Einen neuen Anfgang feiern - S. 104)
Kyrie:Gl 159 - auf Mel.: 158
Gebet:
Herr, unser Gott,
in dieser hochheiligen Nacht
ist uns das wahre Licht aufgestrahlt.
Lass uns dieses Geheimnis im Glauben erfassen und bewahren,
bis wir im Himmel den unverhüllten Glanz deiner Herrlichkeit schauen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn...
(Messbuch)
Lesung aus dem Buch Jesaja (Jes 9, 1-6)
Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht; über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf. Du erregst lauten Jubel und schenkst große Freude. Man freut sich in deiner Nähe, wie man sich freut bei der Ernte, wie man jubelt, wenn Beute verteilt wird. Denn wie am Tag von Midian zerbrichst du das drückende Joch, das Tragholz auf unserer Schulter und den Stock des Treibers. Jeder Stiefel, der dröhnend daherstampft, jeder Mantel, der mit Blut befleckt ist, wird verbrannt, wird ein Fraß des Feuers.Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns geschenkt. Die Herrschaft liegt auf seiner Schulter; man nennt ihn: Wunderbarer Ratgeber, Starker Gott, Vater in Ewigkeit, Fürst des Friedens. Seine Herrschaft ist groß und der Friede hat kein Ende. Auf dem Thron Davids herrscht er über sein Reich; er festigt und stützt es durch Recht und Gerechtigkeit, jetzt und für alle Zeiten. Der leidenschaftliche Eifer des Herrn der Heere wird das vollbringen.
Antwortgesang: Gl 228,1-3
Halleluja:Gl 244 oder 716
Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas (Lk 2,1-14)
In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.
So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.
oder in leichter Sprache:
Als Jesus geboren wurde, lebte ein Kaiser. Der Kaiser brauchte viel Geld.Darum sollten die Menschen viele Steuern bezahlen. Der Kaiser sagte: Alle Menschen sollen in einer Liste aufgeschrieben werden. In der Liste kann ich sehen:Wer hat die Steuern schon bezahlt? Maria und Josef wohnten in Nazaret. Maria und Josef mussten für die Liste bis nach Betlehem laufen. Das ist ein weiter Weg.Für Maria war der Weg sehr schwer. Weil Maria ein Kind bekam. Endlich waren Maria und Josef in Betlehem. Es war schon spät. Maria und Josef suchten einen Platz zum Schlafen. Aber alle Plätze waren besetzt. Maria und Josef gingen in einen Stall. Im Stall wurde Jesus geboren. Maria wickelte Jesus in Windeln. Maria hatte kein Kinderbettchen für Jesus. Darum legte Maria Jesus in eine Krippe.Eine Krippe ist ein Futtertrog für die Tiere. In der Nähe von dem Stall waren viele Schafe. Und Hirten. Die Hirten passten auf die Schafe auf. Gott schickte einen Engel zu den Hirten. Der Engel sollte den Hirten sagen: Jesus ist geboren. Der Engel ging zu den Hirten. Der Engel leuchtete und glänzte hell. Die Hirten bekamen Angst. Aber der Engel sagte zu den Hirten: Ihr braucht keine Angst zu haben. Ihr könnt euch freuen. Jesus ist geboren. Jesus ist euer Retter. Jesus hilft euch. Jesus will allen Menschen helfen. Ihr könnt hingehen und gucken. So sieht Jesus aus:
– Jesus ist ein kleines Baby.– Jesus hat Windeln um.– Jesus liegt in einem Futtertrog.
Es kamen noch viel mehr Engel. Alle Engel glänzten und leuchteten. Die Engel sangen herrliche Lieder. Die Engel sagten: Jetzt können alle sehen, wie gut Gott ist.Jetzt ist Friede auf der Erde. Jetzt ist bei allen Menschen, die auf Gott gewartet haben, Frieden.
Gloria:Gl 250, 1-3
Predigtgedanken:
„Geschenkt!“ - Im allgemeinen Sprachgebrauch bedeutet das auch "kostenlos" oder "umsonst", oft als umgangssprachliche Entschuldigung, dass keine Gegenleistung erwartet wird, wenn etwas "geschenkt" wurde oder dass etwas keine allzu große Bedeutung beigemessen wird. Ich hoffe, dass den Geschenken, die an diesem Heiligen Abend überreicht und ausgetauscht wurden, die entsprechende Wertschätzung und Bedeutung zugemessen wurden. Die Geschenke stehen ganz oben, wenn man Menschen fragt, was sie mit Weihnachten verbinden. Die Kunst des Schenkens ist eine schwierige. Viel steht dabei auf dem Spiel. Und der wahre Charakter von Weihnachten hat ja auch viel mit dem Schenken zu tun. „Was wäre, wenn Gott selbst sich das Schenken geschenkt hätte?“ fragte der Journalist Peter Hahne einmal? Wir feiern Weihnachten, weil Gott uns beschenkt hat und genau das geschenkt hat, was wir am meisten brauchen. In seinem Sohn hat er sich uns selbst geschenkt.
Alle Weihnachtsgeschenke haben nur einen einzigen Sinn: Sie sollen hinweisen auf das Geschenk, das Gott uns gemacht hat. Sie sind Symbol und Zeichen für die unendliche Liebe Gottes zu uns, die wir an Weihnachten feiern. Wenn wir diesen Kern, den eigentlichen Sinn des Geheimnisses der Menschwerdung vergessen, dann können wir auch das Schenken vergessen. So wie es in der folgenden kleinen Geschichte zum Ausdruck kommt:
Es war in der Nachkriegszeit an einem Tage kurz vor Weihnachten. Ein Seelsorger machte einen Rundgang durch das Altenheim. Zu dem Zimmer eines alten Herrn, der allein für sich wohnte, war vor einer Viertelstunde noch die Paketpost heraufgekommen. Als der Seelsorger das Zimmer betrat, stocherte der alte Mann in dem geöffneten Paket. Es war ein reich gefülltes Paket. Die Tochter war eine reiche Geschäftsfrau. Es war die Hungerzeit nach dem Zweiten Weltkrieg, doch in dem Paket fanden sich Zigarren, Tabak, Cognac, Rotwein, gefütterte Schuhe, warme Sachen.
Der alte Herr aber machte nur ein mürrisches Gesicht. Als der Seelsorger bemerkte: „Aber, Herr Maier, da sind doch lauter gute Sachen drin.“ antwortete der alte Herr: „Da ist keine Liebe drin.“
Dann begann er zu erzählen: Die Tochter hatte das Paket von den Angestellten packen lassen. Es war nur eine billige Weihnachtskarte dabei, ohne persönliche Zeilen, ohne eine Einladung. Die Geschenke waren sogar noch mit den Preisschildern versehen. Er hatte recht: Es war keine Liebe darin. Die schönsten und teuersten Geschenke sind nichts wert und können keine Freude machen, wenn keine Liebe darin ist. (Aus: Willi Hoffsümmer; Kurzgeschichten 2 - S. 16, 8 - leicht gekürzt und umformuliert)
Wenn Geschenke aber wirklich Zeichen der Liebe sind und sein sollen, dass ist das „Was“ wir uns schenken, eigentlich total egal, wenn nur das „Warum“wir uns beschenken stimmig ist.
Von dem, was wir am Allermeisten brauchen, haben wir immer zu wenig. So reich wir auch sind und so alt wir auch werden, an Liebe, Wertschätzung, Anerkennung und
Zuneigung haben wir immer Bedarf. Danach sehnen wir uns, so lange wir leben. Weil Gott diese Sehnsucht unter uns Menschen kennt, deshalb wollte er einer von uns werden. Darum hat er uns seinen Sohn geschenkt, der unser Leben von der Wiege bis zur Bahre, von der Krippe bis zum Kreuz geteilt hat. Im Kind in der Krippe sagt Gott zu jedem und jeder von uns: „Du, ich hab dich gern!“ - „Ganz gleich, wo dich der Schuh drückt, ich bin bei dir!“
„Du, ich hab dich gern!“ - wenn immer dieser Satz ehrlich gemeint auf unseren Geschenken zu finden ist, dann haben wir das Richtige gewählt. Wo Zeichen der Liebe gesetzt werden, haben wir ins Schwarze getroffen.
Lied:Gl 241, 1+2: Nun freut euch, ihr Christen...
Fürbittgebet
Die Fürbitten sind unser Gebet für die anderen. Es bedarf nicht vieler Worte, denn Gott kennt uns und weiß schon zuvor, worum wir bitten wollen.
Wir können Fürbitten aussprechen, manchmal reicht es, die Namen derer laut auszusprechen, die man Gott ans Herz legen will, .
Wir dürfen Gott unsere Bitten aber auch still anvertrauen.
Als Antwortruf eignen sich: Gl 182 oder Gl 817
oder:
Herr Jesus Christus, Mensch gewordener Sohn Gottes, Geschenk des Vaters an uns und die Welt, wir bitten Dich in dieser Heiligen Nacht:
➢ Für die Christen in Bethlehem und im ganzen Heiligen Land, die in dieser Nacht das Geschenk des Glaubens an die Menschwerdung feiern zwischen Hoffnung Bangen.
➢ Für die Menschen in allen Kriegs - und Krisengebieten dieser Erde, die sich sehnen nach dem Geschenk der Versöhnung und des Friedens.
➢ Für alle, die an einer schweren Krankheit leiden oder sich um einen lieben Angehörigen sorgen: Um das Geschenk der Besserung, der Heilung, der beständigen Hoffnung.
➢ Für alle, die den Sinn ihres Lebens aus dem Block verloren haben und nicht mehr weiter wissen: Um das Geschenk einer Neuausrichtung und dem Zurückfinden in die eigene Mitte.
➢ Für alle unsere verstorbenen Angehörigen und Freunde: Um das Geschenk des Lebens in Fülle.
Herr, unser Gott, mit der Geburt und Menschwerdung Deines Sohnes hast du uns und der Welt das größte Geschenk gemacht, das man sich nur denken kann. Dafür danken wir Dir durch ihn, Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn
Vater unser:
Herr Jesus Christus,mit Deiner Geburt ist Gott selbst unter uns erschienen und hat uns seine Menschenfreundlichkeit. Du bist das große Geschenk des Vaters im Himmel für uns und diese Welt. Mit deinen Worten dürfen auch wir beten: Vater unser…
Lied:Gl 237, 1-3: Vom Himmel hoch...
Gebet:
Wir danken dir, guter Gott.
Mache unsere Wege hell durch dein Licht.
Hilf uns, immer besser zu verstehen,
welch großes Geschenk du uns
mit der Menschwerdung deines Sohnes gemacht hast.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Segen
In der Heiligen Nacht möge Frieden Dein Gast sein
und das Licht der Weihnachtskerzen
weise dem Glück den Weg zu Deinem Haus. (Irischer Segensspruch)
So segne uns und alle, die uns nahe sind, der allmächtige und barmherzige Gott - der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Singet Lob und Preis - Dank sei Gott, dem Herrn!
Lied:Gl 249, 1-3: Stille Nacht
