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Hausgottesdienst am Hochfest der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan

Hausgottesdienst am
Hochfest der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan
05. Juli 2026

Lied:Gl 890, 1-3: Wir rufen an den teuren Mann...

Kreuzzeichen
evtl. Entzünden einer Osterkerze oder einer anderen Kerze

Gedanken zur Hinführung:
Zusammen mit unserer Diözese Würzburg feiern wir heute unsere Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan; vor allem ihr Glaubenszeugnis. Mit viel Gottvertrauen haben sie ihre angestammte und geliebte Heimat Irland hinter sich gelassen, sind aufgebrochen, um in einer fremden Umgebung Menschen mit einer fremden Sprache den Glauben zu verkünden. Ein Neuaufbruch ist auch heutzutage in unserer Kirche gefragt. Auch wir müssen von Neuem versuchen, das woran wir glauben, Menschen in unserer Umgebung in einer verständlichen Sprache nahe zu bringen.
Stimmen wir mit ein in das Lob Gottes:

Loblied:Gl 169: Gloria, Ehre sei Gott...

Gebet:
Allmächtiger und barmherziger Gott
Durch die Missionsarbeit des Hl. Kilian und seiner Gefährten
hast du im fränkischen Land
den christlichen Glauben grundgelegt.
Auf die Fürsprache dieser Glaubensboten
festige uns alle in der Treue
zu unserem Herrn Jesus Christus.
Darum bitten wir durch ihn,
Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. - Amen (Messbuch S. 717)

Halleluja:Gl 175,6 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - (Mt 5,1-12a )
Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm.Dann begann er zu reden und lehrte sie.Er sagte: Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig die Trauernden;
denn sie werden getröstet werden.
Selig, die keine Gewalt anwenden;
denn sie werden das Land erben.
Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit;
denn sie werden satt werden.
Selig die Barmherzigen;
denn sie werden Erbarmen finden.
Selig, die ein reines Herz haben;
denn sie werden Gott schauen.
Selig, die Frieden stiften;
denn sie werden Söhne und Töchter Gottes genannt werden.
Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden;
denn ihnen gehört das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt
und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.
Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.

Lied: Gl 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht…

Predigtgedanken:
Vor etlichen Jahren hatte ich mit einem Freund aus Schweinfurt begonnen, von
Würzburg aus den Jakobsweg unter die Füße zu nehmen. Die einzelnen Etappen
haben uns damals bis nach Ulm gebracht.
Wer selber schon einmal eine mehrtätige Wanderung oder einen Pilgerweg in
angriff genommen hat, der kennt wohl diese und ähnliche Eindrücke: Neben den
schönen Erfahrungen und Erinnerungen des gemeinsamen Unterwegsseins, des
Besuchs schöner Kirchen, des befriedigenden Gefühls wieder ein Stück Weg
geschafft zu haben, stehen Erfahrungen eigener Grenzerfahrung und des
Scheiterns. Einmal zwingt eine Fußverletzung zum Aufgeben, ein anderes Mal
spielt ein Knie nicht mit, wieder einmal ist es die mörderische Hitze, die einen
Strich durch die Planung macht. Und doch bleibt die Hoffnung, irgendwann einmal
das Ziel zu erreichen. Und jedes Mal, wenn man sich wieder an eine weitere Etappe
heranwagt, stellt sich von neuem die Frage: Was brauche ich für den jetzt vor mir
liegenden Weg? Was ist unbedingt notwendig, unverzichtbar und was ist nur
unnötiger Ballast?
Vor 134o Jahren sind die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan aus ihrer
irischen Heimat aufgebrochen, um ihren Glauben an Jesus Christus zu anderen
Menschen zu tragen, auch sie von der Botschaft für das Reich Gottes zu begeistern.
Sie wählen das damals sogenannte „weiße Martyrium“. Sie verlassen die geliebte,
angestammte Heimat und ziehen in die Fremde, eine ungewisse Zukunft. Ob sie
damals schon geahnt haben, dass sich an ihnen auch noch das „rote Martyrium“
vollenden würde? Wie dem auch sei, sie brechen auf, wagen Neues, setzen sich ein Ziel. Auch sie werden sich gefragt haben: was nehmen wir mit, was brauchen wir für unseren Weg? Was ist unverzichtbar?
Was wir wissen ist, dass jeder irdische Wandermönch ein Neues Testament und die Psalmen in seinem Reisegepäck mit sich trug. Das Leben Jesu und das alttestamentliche Zeugnis der Nähe Gottes, der Gegenwart Jahwes, des „Ich bin der ich bin da“ in den Dank-, Bitt -, und Klagepsalmen waren ihre Richtschnur und Orientierung. Wie bei den Jüngern von Emmaus drückt sich in diesem Reisegepäck die Hoffnung und Zuversicht aus: Der Herr ist mit uns auf dem Weg. Er geht mit uns. Wir sind nicht allein.
Jeder und jede von uns kennt vermutlich die Angst oder sogar die Erfahrung, allein gelassen zu werden, niemand zu haben, an dem man sich festhalten kann, der einem Halt und Stütze gibt, der einem durch eine dunkle Lebenserfahrung hindurch hilft.
Auch wir kennen aus unserem Alltag Situationen des Aufbruchs, die uns vor neue Herausforderungen und Aufgaben stellen. Wenn Eltern ihre Kinder loslassen und freigeben sollen, damit sie ihren eigenen Lebensweg gehen können, wenn eine ärztliche Diagnose unsere bisherige Lebensgestaltung über den Haufen wirft, wenn berufliche Veränderung einen Umzug in eine andere Stadt, eine völlig fremde Umgebung notwendig macht, wenn Arbeitslosigkeit die Existenzgrundlage entzieht oder der Tod einen lieben und wichtigen Menschen raubt, dann ereignet sich auch immer wieder Aufbruch. Dann müssen wir uns neu auf das „Wagnis Leben“ einlassen. Und auch dann stellt sich uns die Frage: Was brauche ich für diesen vor mir liegenden Weg, was ist unverzichtbar, was ist unnötiger Ballast? Im heutigen Evangelium der Bergpredigt haben wir die Verheißung gehört: Selig, die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich. Das ist die Grundhaltung, die im Eigentlichen und Letzten alles von Gott erwartet, ihm alles zutraut. Nicht, was wir mit uns herumtragen, nicht, was wir mitbringen und vorzuweisen haben, ist das Ausschlaggebende, sondern was uns Gott zukommen lässt. Eine solche Grundhaltung erfordert viel Geduld, Vertrauen und Gelassenheit. Es widerspricht unserem Bedürfnis, alles selber zu bewerkstelligen, zu schaffen und zu meistern. Aber wenn wir mit Gott unterwegs sind auf den Wegen unseres Lebens, dann sollen wir davon Abstand nehmen, alles von unserer eigenen Leistung zu erwarten und von ihm zu erwarten, dass er unser Leben zu richtigen Ziel und zu einem guten Ende führt.

Glaubensbekenntnis:Wir dürfen gemeinsam unseren Glauben bekennen - gesprochen oder gesungen: Gl 790,1-4

Fürbittgebet
Die Fürbitten sind unser Gebet für die anderen. Es bedarf nicht vieler Worte, denn Gott kennt uns und weiß schon zuvor, worum wir bitten wollen.
Wir können Fürbitten aussprechen, manchmal reicht es, die Namen derer laut auszusprechen, die man Gott ans Herz legen will, .
Wir dürfen Gott unsere Bitten aber auch still anvertrauen.
Als Antwortruf eignen sich: Gl 182 oder Gl 817
oder:
Herr Jesus Christus, wir schauen heute besonders auf das Glaubenszeugnis der heiligen Kilian, Kolonat und Totnan. Sie waren begeistert von deiner Botschaft und haben ihr Leben für dich eingesetzt. Wir bitten dich:

➢ Für alle, die in dieser schwierigen Zeit versuchen, haupt - oder ehrenamtlich die Frohe Botschaft verständlich und ansteckend zu verkünden und vorzuleben.
➢ Für alle, die sich enttäuscht und resigniert von der Kirche abgewandt haben und den eigenen Weg des Lebens und des Glaubens suchen.
➢ Für alle, die sich im sozial - caritativen Bereich für Hilfsbedürftige einsetzen und ihnen etwas von der Barmherzigkeit Gottes erfahrbar machen.
➢ Für die unzähligen Schwestern und Brüder im Glauben, die überall auf der Welt wegen ihres Glaubens an dich Nachteile und Verfolgung erfahren.
➢ Für unsere Verstorbenen. Lass ihre Hoffnung und in ihr Vertrauen auf dich nicht vergeblich gewesen sein.
Herr, unser Gott! Wir feiern das Gedächtnis an die Frankenapostel. Lass uns - wie sie - dir immer vertrauen. Schenke uns Halt und Stärke in allen Stürmen unseres Lebens. Darum bitten wir auf die Fürsprache der heiligen Kilian, Kolonat und Totnan durch Christus, unseren Herrn.

Hinführung zum Vater unser: Herr Jesus Christus, im Vertrauen auf Dich und Deine Führung haben die Frankenapostel den Aufbruch gewagt. Auch wir bitten Dich um dieses Vertrauen, um den Mut immer wieder neu aufzubrechen und Neues zu wagen. Mit Deinen Worten beten wir: Vater unser...

Lied:Gl 885, 1+4: Herr, heilger Liebe fester Grund… oder Gl 543, 1+4: Wohl denen, die da wandeln...

Gebet:
Guter Gott,
wir haben das Gedenken an Leben, Wirken und Sterben
der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan gefeiert.
Festige uns im Glauben,
stärke uns in der Hoffnung,
und mache uns eifrig in Werken der Liebe.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn,
der mit dir und dem Hl. Geist, lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen

Gehen wir in die kommende Woche begleitet vom Segen Gottes:
Guter Gott, du hast die Frankenapostel zur Vollendung geführt.
Segne auch uns und bewahre uns vor allem Unheil.
Die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan haben freimütig das Evangelium verkündet.
Stärke auch uns durch ihre Botschaft zum Zeugnis für die Wahrheit.
Das Vorbild dieser Heiligen lehre uns
und ihre Fürsprache helfe uns, Gott und den Menschen zu dienen.
So segne uns und alle, die uns nahe sind, der allmächtige und barmherzige Gott - der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Singet Lob und Preis - Dank sei Gott, dem Herrn!

Lied:Gl 380, 1+4+11: Großer Gott, wir loben dich…

Ausmalbild für Kinder