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Hausgottesdienst am
16. Sonntag im Jahreskreis B
18. Juli 2021

Lied: Gl 144, 1+3: Nun jauchzt dem Herren alle Welt…

Kreuzzeichen
evtl. Entzünden einer Osterkerze oder einer anderen Kerze

Gedanken zur Hinführung:
Nur noch zwei Wochen trennen uns von den Sommerferien, den „Großen Ferien“ - wie wir sie auch nennen. Viele werden sich schon darauf freuen. Frei von schulischen oder beruflichen Pflichten. Morgens länger schlafen können, sich an keine Termine halten müssen, einfach einmal so in den Tag hinein leben. Sich jeden Morgen fragen können: Worauf habe ich heute am meisten Lust und das in die Tat umsetzen. Freie Zeit, Urlaub, Ferien sind nicht nur etwas Schönes. Sie sind auch etwas Wichtiges für unser Leben. Wir brauchen solche Zeiten, um wieder zu uns selbst, zueinander und zu Gott zu finden.

Stimmen wir ein in das Lob Gottes:
Loblied: Gl 409, 1-4: Singt dem Herrn ein neues Lied...

Gebet:
Ewiger Gott,
unsere Zeit liegt in deinen guten Händen.
Dir gehört die Zeit, die hinter uns liegt
und die Zeit, die noch vor uns liegt.
Nur die gegenwärtige Zeit können wir gestalten.
Gott,
wir danken dir für jeden neuen Tag,
den du uns schenkst.
Wir danken dir für die Zeit der Ferien,
für die Zeit, in der wir ausruhen
und uns entspannen dürfen,
in der wir spielen
und uns freuen können an den Wundern deiner Schöpfung.
Hilf, dass wir unsere Zeit nicht verschwenden oder verderben,
dass wir sie nicht vertreiben oder tot schlagen.
Gib, dass wir sie füllen mit Freude und Liebe
durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. (nach: Heriburg Laarmann - Mit allen Sinnen das Leben feiern - S. 155)

Halleluja: Gl 721 oder 716

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus - (Mk 6, 30-34)
Die Apostel versammelten sich wieder bei Jesus und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus. Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.
oder: In leichter Sprache:
Jesus hatte gute Freunde. Die Freunde erzählten den Menschen auch von Gott. Genau wie Jesus. Einmal wollten die Freunde einige Sachen mit Jesus alleine besprechen. Die Freunde wollten erzählen, was sie erlebt haben. Und was sie von Gott erzählt haben. Und was die Leute dazu gesagt haben. Aber das ging nicht. Bei Jesus waren immer viele Menschen.Alle Menschen wollten in der Nähe von Jesus sein. Alle Menschen wollten mit Jesus sprechen. Jesus sagte zu seinen Freunden: Wir gehen von hier weg. Wir gehen dahin, wo keine Menschen sind. Dann könnt ihr alles erzählen. Und alles besprechen. Und euch ausruhen. Jesus undseine Freunde fuhren mit einem Boot weg. Über den See. Dahin, wo keine Menschen sind. Aber die Leute konnten genau sehen, wo das Boot hinfährt. Die Leute liefen zu Fuß dahin. Als Jesus mit den Freunden ankam, waren die Leute auch schon da. Jesus staunte. Und Jesus hatte Mitleid mit den Leuten. Weil sich niemand um die Leute kümmerte. Und weil die Leute Jesus so gerne zuhören wollten. Darum erzählte Jesus den Leuten lange von Gott. © katholisches bibelwerk

Lied: Gl 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht...

Predigtgedanken:
Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus.“ - Bei diesem Wort aus dem Mund Jesu musste ich spontan an die Helferinnen und Helfer bei der Flutkatastrophe denken, die in den letzten Tagen meist 50 Stunden und länger ununterbrochen tätig waren, um Keller auszupumpen, Straßen zu räumen, Vermisste zu finden, von der Außenwelt Abgeschnittene zu bergen; Dämme zu sichern…Ich musste denken an Pflegekräfte und medizinisches Personal, die innerhalb kürzester Zeit Krankenhäuser, Alten - und Pflegeheime räumen und ihre Kranken und Pflegebedürftigen an sichere Orte bringen mussten.
Ich musste aber auch an viele Bekannte und Freunde denken, die z. T. schon über Jahre zuhause liebe Angehörige pflegen und umsorgen und dabei oft selber an die Grenzen ihrer eigenen Belastbarkeit stoßen, ja sogar darüber hinaus gehen.
Niemand kann ständig nur geben und für andere da sein. Ob wir es einsehen wollen oder nicht: Jeder und jede muss in überschaubaren Abständen auch an sich selber denken und für sich selber sorgen, muss entspannen. Denn es gibt eine positive Spannung, die lässt uns gespannt sein; d.h. aufmerksam, bereit, einsatzfähig. Wenn wir aber versuchen, diese positive Spannung zu lange aufrecht zu erhalten, dann wir aus der Spannung eine Verspannung. Dann werden wir körperlich und geistig verkrampft und bei unserem Tun und Reden kommt am Ende nur noch Krampf heraus und wir erzeugen in unserem Umfeld nur unnötige Spannungen.
Nein, wir brauchen zwischendurch immer wieder kürzere und längere Zeiten, in denen wir durchatmen, entspannen und die Seele baumeln lassen dürfen. Zeiten, in denen wir nicht nur auf das Notwendige schauen, auf meine Aufgabenliste und was noch alles abzuarbeiten ist, sondern Zeiten, in der sich unser Blick und unser Herz wieder weiten und öffnen dürfen. Zeiten, in denen wir auch uns selber mit unseren eigenen Bedürfnissen in den Blick nehmen dürfen, in denen wir auch wieder einen Blick bekommen für die Schönheit der Schöpfung und dieMöglichkeiten unseres Lebens. Wo wir diesen Blick für die Schönheit der Schöpfung verlieren, da landen wir mit unserem Leben über kurz oder lang in der Er - Schöpfung. Dann verlieren wir die Freude am Leben, unsere Hoffnung und Zuversicht. Dann funktionieren wir nur noch statt zu leben und immer wieder auch aufzuleben.
Füreinander da zu sein und sich um andere zu sorgen, ist eine segensreiche und ehrenwerte Einstellung. Wir dürfen darüber aber nicht den Schluss des Liebesgebotes Jesu aus dem Blick verlieren: Du sollst den Herr, deinen Gott, lieben und deinen Nächsten wie dich selbst.
Wenn ich mich systematisch zugrunde gerichtet und meine ganzen Kräfte aufgebraucht habe, kann auch ich keine Hilfe mehr für andere sein. „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus.“ - Das sagt Jesus jetzt - in diesem Moment - jedem und jeder von uns. Denn auch wir haben es nötig, immer wieder daran erinnert zu werden und diese Worte zu beherzigen.

Für Familien mit Kindern:
Ferienzeit - Zeit zum Ausschlafen und zum Spielen, Baden gehen und Ausflüge machen. Diese Zeit ist nicht nur schön, sondern auch ganz wichtig, denn jeder Mensch braucht zwischendrin immer wieder mal Zeit zum Erholen. Das hat auch Jesus gewusst und er hat den Aopsteln immer wieder Zeit gegeben sich ausruhen zu können. (Sonntagsblatt - dkv - 2012)
Worauf freust Du Dich für Deine Ferien am meisten? Wie und wo kannst Du am besten „die Seele baumeln lassen“?

Glaubensbekenntnis: Wir dürfen gemeinsam unseren Glauben bekennen:
sprechen oder singen: Gl 790, 1-4: Ich glaube an den Vater…

Fürbittgebet
Die Fürbitten sind unser Gebet für die anderen. Es bedarf nicht vieler Worte, denn Gott kennt uns und weiß schon zuvor, worum wir bitten wollen. Wir können Fürbitten aussprechen, manchmal reicht es, die Namen derer laut auszusprechen, die man Gott ans Herz legen will, (v.a. aber auch die Menschen, die uns während des Predigtgesprächs eingefallen sind). Wir dürfen auch beten für verstorbene Freunde und Angehörigen. Wir dürfen Gott unsere Bitten aber auch still anvertrauen. Als Antwortruf eignen sich: Gl 182 oder Gl 817
oder:
Herr Jesus Christus, unsere Zeit und unser Leben liegen in deinen Händen. Dir vertrauen wir uns an und bitten:
➢ Für die Opfer der Flutkatastrophe der letzten Tage, die vor den Trümmern ihres Lebens stehen und oft ihr ganzes Hab und Gut, ja sogar liebe Menschen verloren haben…
➢ Für die Rettungs - und Ordnungskräfte und alle freiwilligen Helferinnen und Helfer, die in diesen Tagen und darüber hinaus sich mit ihren Kräften und Fähigkeiten einbringen, um für andere da zu sein…
➢ Für alle Ärztinnen und Ärzte, für alle Pflegekräfte und Familienangehörige, die sich sorgen um Kranke, Menschen mit Behinderung und Pflegebedürftige...
➢ Für alle, die von ihrer Arbeit erschöpft und ausgelaugt sind und dringend Ruhe und Erholung brauchen.
➢ Für die Menschen, die bei der Flutkatastrophe ums Leben gekommen sind,
für alle Opfer von Gewalt auf dieser Erde und für alle unsere lieben
Verstorbenen...
Herr, unser Gott, wir vertrauen auf Deine Nähe, Deine Hilfe. Stärke uns mit Deiner Kraft für alle unsere Aufgaben; aber lass uns auch immer wieder nötige Ruhe finden. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.

Vater unser:
Herr Jesus Christus, wenn wir vertrauend zu deinem und unserem Vater beten, wird uns sein Frieden geschenkt und wir wachsen als Schwestern und Brüder zusammen. Zusammen mit allen, die an dich glauben, beten wir mit deinen Worten,: Vater unser(Nach Laacher Messbuch 2021)

Lied: Gl 421, 1+3: Mein Hirt ist Gott, der Herr...

Gebet:
Gott,
alle Zeit kommt von dir.
Wir danken dir für die schöne Zeit der Ferien,
für die Zeit, die wir miteinander erleben.
Wir danken dir für deine Nähe und Liebe.
Öffne unsere Augen und unsere Ohren für die Schönheit in deiner Welt.
Lass uns darin deine Spuren entdecken.
Bleibe bei uns auf allen Wegen
und lass andere durch uns deine Liebe und Menschenfreundlichkeit erfahren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
der bei uns bleibt, heute und an allen Tagen unseres Lebens
bis in Ewigkeit.
Amen. (Heriburg Laarmann - Mit allen Sinnen das Leben feiern - S. 158f)

Segen:
Möge Gott dir immer gewähren:
Sonnenstrahlen, die dich erwärmen,
Mondlicht, das dich verzaubert,
einen Engel, der dich vor Schaden bewahrt,
Lachen, das dich erfreut,
treue Freunde, die in deiner Nähe sind,
und wann immer du betest,
dass der Himmel dich hört.
(Irischer Segenswunsch)

So segne uns und alle, die uns nahe sind, der allmächtige und barmherzige Gott -
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Singet Lob und Preis - Dank sei Gott, dem Herrn!

Lied: Gl 816, 1-3: Meine Zeit steht in deinen Händen…

Ausmalbild für Kinder:

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