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Hausgottesdienst am
29. Sonntag im Jahreskreis - B
17. Oktober 2021

Lied: Gl 803, 1-3: Unser Leben sei ein Fest…

Kreuzzeichen
evtl. Entzünden einer Osterkerze oder einer anderen Kerze

Gedanken zur Hinführung:
Herr, gib uns Mut zum Dienen, wo's heute nötig ist. Wir danken dir, dass du dann bei uns bist“ - heißt es in einem Lied in unserem Gotteslob. Jesus spricht heute im Evangelium von diesem Mut zum Dienen, den wir mit einem etwas älteren Begriff auch als Demut bezeichnen. Der Mut zum Dienen wird uns vorgelebt von den vielen Menschen in unserer Gesellschaft und überall auf der Welt, die sich in Krankenhäusern, Alten - und Pflegeheimen, Palliativstationen und Hospizen, bei der Polizei, der Feuerwehr und bei Rettungsdiensten für andere einsetzen - manchmal über die eigenen Grenzen hinaus.

Stimmen wir ein in das Lob Gottes:
Loblied: Gl 169, 1-3: Gloria, Ehre sei Gott...

Gebet:
Herr Jesus Christus,
du bist Mensch geworden, um mit uns und für uns zu leben. Dein Leben, deine Liebe verbinden uns miteinander zu einem Leib. Lass uns miteinander nach deinem Wort leben und tun, was du uns aufgetragen hast.
Darum bitten wir dich, der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst, heute und in Ewigkeit. Amen
(Heriburg Laarmann - Mit Freude das Leben feiern - S.107)

Halleluja: Gl 174,1 oder 716

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus (Mk 10, 35-45)
Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, traten zu Jesus und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. Er antwortete: Was soll ich für euch tun? Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind.
Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.
oder: In leichter Sprache:
Jesus hatte 12 beste Freunde. Die 12 besten Freunde dachten, dass Jesus einmal König wird. Die 12 besten Freunde wollten die Minister vom König werden. Einer von den besten Freunden war Jakobus. Und einer war Johannes. Johannes und Jakobus wollten die wichtigsten Minister von Jesus werden. Jakobus und Johannes sagten zu Jesus: Jesus. Du sollst König werden. Und wir beide wollen deine wichtigsten Minister werden. Einer soll auf der rechten Seite von deinem Thron sitzen. Und einer soll auf der linken Seite von deinem Thron sitzen. Jesus sagte zu Jakobus und Johannes: Ihr habt keine Ahnung, was mit mir passiert. Wollt ihr auch bei mir bleiben, wenn schlimme Sachen passieren? Jakobus und Johannes sagten zu Jesus: Wir wollen immer bei dir bleiben. Jesus sagte zu Jakobus und Johannes: Das stimmt. Ihr bleibt immer bei mir. Auch wenn schlimme Sachen passieren. Trotzdem kann ich nicht die wichtigsten Minister bestimmen. Bei Gott im Himmel sind alle Menschen wichtig. Die anderen Freunde hörten, dass Jakobus und Johannes die wichtigsten Minister werden wollten. Die anderen Freunde wollten selber auch die wichtigsten Minister werden. Darum waren die anderen Freunde sauer auf Jakobus und Johannes. Die Freunde begannen zu streiten. Jesus musste dazwischen gehen. Jesus sagte zu den Freunden: Könige und Präsidenten sind mächtige Herrscher in der Welt. Die Herrscher können bei den Menschen alles bestimmen. Und Kriege machen. Und den Leuten viel Geld abnehmen. Bei mir ist das anders. Ich will kein Herrscher sein. Ich will den Menschen helfen. Damit es den Menschen gut geht. Und damit die Menschen wissen, wie gut Gott ist. Wenn ihr Minister sein wollt, müsst ihr Diener für die Menschen sein. Ihr müsst den Menschen helfen. Und für die Menschen da sein. Dann seid ihr die wichtigsten Minister. Wer Diener für die Menschen ist, der ist ganz nahe bei Gott.
© katholisches bibelwerk

Lied: Gl 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht...

Predigtgedanken:
Die Bilder gingen damals um die Welt und sind auch heutzutage noch ab und zu in Dokumentationen zu sehen: Bei einem Gipfeltreffen von Staatspräsidenten und Regierungschefs drängelt sich Donald Trump nach vorne, schiebt andere Staatsoberhäupter einfach zur Seite, um selber in vorderster Reihe stehen zu können. Nach vier langen Jahren aber war seine Macht wieder am Ende und es bleibt zu hoffen, dass er nicht noch einmal wiederkehrt.
Wer immer ganz oben stehen will, der läuft Gefahr nur noch über andere hinweg zu sehen oder auf andere herab zu sehen und damit den Kontakt auf Augenhöhe zu verlieren. Wer immer ganz vorne stehen will, der läuft Gefahr, nicht mehr mit zu bekommen, was hinter ihm vorgeht, ob die anderen nach nachkommen können; der eine oder die andere den Anschluss verlieren und somit abgehängt werden.
Der frühere Bischof von Evreux, Jacques Gailot, der 1995 wegen seiner Kritik an der damaligen französischen Flüchtlingspolitik auf Betreiben des Innenministers Frankreichs von Papst Johannes Paul II. quasi abgesetzt wurde, indem er ihn in eine nicht mehr bestehende Diözese in Algerien versetzte, sagte einmal: „Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts.“
Das ist der große, zeitlose Anspruch Jesu an seine Kirche und an alle, die ihm nachfolgen wollen: sich klein machen, sich selber zurücknehmen, nicht nur sich selber und das eigene Vorwärtskommen im Blick haben, sondern vor allem die Anderen zu sehen in ihren Nöten, ihren Fragen, ihren Sorgen, ihren Ängsten.
Dieser Anspruch ist groß und schwer umzusetzen. Wie oft hören wir gerade im Markus - Evangelium, dass selbst die Apostel an dieser Anforderung scheitern.
Unmittelbar vor der Bitte des Jakobus und Johannes, die besten Plätze neben Jesus im vollendeten Reich Gottes zu erhalten, hatte Jesus seinen Jüngern noch einmal vor Augen gestellt:
Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben; sie werden ihn verspotten, anspucken, geißeln und töten. Aber nach drei Tagen wird er auferstehen.
Und im nächsten Vers folgt dann das Ansinnen der beiden Jünger. Wieder einmal: „Nichts kapiert!“
Die Plätze links und rechts von Jesus werden auf Golgatha die beiden Verbrecher einnehmen. Der Kelch, von dem Jesus spricht, ist der Kelch des Leidens, von dem Jesus im Garten Gethsemane bittet, er möge an ihm vorübergehen. Es ist der Becher mit Wein, der mit Galle vermischt war, der ihm vor seiner Kreuzigung gereicht wurde, den er aber nicht austrinken wollte. Die Taufe Jesu zu empfangen heißt mit den Worten des Paulus im Römerbrief, auf seinen Tod getauft werden, um Anteil zu erlangen an seiner Auferstehung.
Vielleicht liegt es ja auch in der Natur des Menschen, dass er versucht, das Leid, das Schwere, das Bedrohliche im eigenen Leben und im Leben anderer auszublenden, nicht an sich heran zu lassen, zu verharmlosen, zu verniedlichen, zu vertrösten. Es ist schwer, hilflos und ohnmächtig vor einer Leidsituation zu stehen. Wir können aber das Leid, das Sterben, den Tod nicht ausblenden. Das Sterben ist die unauflösliche Grenze, die unser Leben umgibt und irgendwann stoßen wir an diese Grenze - im eigenen Schicksal oder im Schicksal Anderer. Keiner will an dieser Grenze alleine sein. Wir hoffen, dass mindestens einer oder eine mit uns an dieser Grenze steht; dass wir nicht im Stich gelassen werden in dieser letzten Ausnahmesituation unseres Lebens.
Deshalb ist es auch ein Segen, dass sich in den letzten Jahren die Dienste der Sterbebegleitung entwickelt haben: mit Hospizvereinen, mit Palliativstationen, mit ambulanten Palliativdiensten, die Sterbenden und ihren Angehörigen beistehen.
Aber es muss ja gar nicht immer um das Äußerste gehen, um füreinander da zu sein, um sich auf Augenhöhe zu begegnen. Wie oft brauchen Menschen in ihrem ganz normalen Alltag einmal eine Hilfe oder dass sie in ihrer Einsamkeit von jemandem angesprochen werden. Dann ist es gut, wenn auch wir mit offenen Augen, offenen Ohren, offenen Händen und einem offenen Herzen durch's Leben gehen und uns dort einbringen, wo wir gebraucht werden.
Für Familien mit Kindern:
Wer möchte nicht gerne die Nummer Eins sein? Der Erste beim Sport, die Klügste der Klasse, die Reichste oder die Schönste oder der Witzigste. Jesus warnt davor, denn gerade diejenigen, die vorne dran stehen, neigen oft dazu, ihre Stellung zu missbrauchen. Jesus kehrt das Ganze um. Bei ihm ist derjenige die Nummer Eins, der den anderen dient und für seine Mitmenschen da ist. Einer, der sich nicht davor scheut, sich auch mal klein zu machen und hinten anzustellen. Denn die wahren Helden müssen nicht immer vorne dran stehen.
Barmherziger Gott, bei dir zählen andere Dinge wie reich oder berühmt sein. Zeige mir, was wirklich wichtig ist im Leben, damit ich vor dir ganz groß sein kann. Amen
(dkv - Mein Sonntagsblatt)

Glaubensbekenntnis: Wir dürfen gemeinsam unseren Glauben bekennen: sprechen oder singen: Gl 456, 1+4: Herr, du bist mein Leben...

Fürbittgebet
Die Fürbitten sind unser Gebet für die anderen. Es bedarf nicht vieler Worte, denn Gott kennt uns und weiß schon zuvor, worum wir bitten wollen. Wir können Fürbitten aussprechen, manchmal reicht es, die Namen derer laut auszusprechen, die man Gott ans Herz legen will, (v.a. aber auch die Menschen, die uns während des Predigtgesprächs eingefallen sind). Wir dürfen auch beten für verstorbene Freunde und Angehörigen. Wir dürfen Gott unsere Bitten aber auch still anvertrauen. Als Antwortruf eignen sich: Gl 182 oder Gl 817
oder:
Herr Jesus Christus,du selber hast dich zum Diener aller gemacht; hast dein Leben im Letzten für
alle hingegeben. Wir bitten dich:
➢ Für alle, die dir in der Botschaft des Evangeliums nachfolgen wollen - um die Bereitschaft des Dienens und Füreinander - da - seins.
➢ Für alle, die sich in Krankenhäusern, Kliniken, Spitälern und Hospizen um Kranke und Sterbende kümmern - um Geduld für sie und Wertschätzung für ihren Dienst.
➢ Für alle, die sich im Polizeidienst, bei der Feuerwehr, im Rettungs - und Katastrophendienst für unsere Gesellschaft einbringen - um Respekt und Dankbarkeit.
➢ Für uns selbst - um die Bereitschaft, uns auch immer wieder hintan zu stellen und den Blick für Andere nicht zu verlieren.
➢ Für unsere Verstorbenen - um das ewige Leben in der Gemeinschaft mit dir.
Herr, unser Gott! Dein Sohn kam nicht in Macht und Herrlichkeit in unsere Welt. Er kam in Armut und lebte in Demut. Lass uns an ihm erkennen, wie auch wir leben sollen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Vater unser:
Herr Jesus Christus, du lädst uns ein, Gott liebevoll und voll Vertrauen als unseren Vater anzusprechen. Mit deinen Worten wollen wir beten: Vater unser…

Lied: Gl 822, 1+3+4: Von guten Mächten...

Gebet:
Gott,
wir danken dir für Jesus Christus, deinen Sohn,
der in unserer Mitte ist und uns miteinander verbindet.
Er ist das Brot, das uns leben lässt,
er ist die Liebe, die uns eint,
er ist Friede, der uns zusammenhält,
er ist unser Leben
heute und in Ewigkeit. Amen
(Heriburg Laarmann - Mit Freude das Leben feiern - S.111)

Segen:
Möge die Liebe Gottes wie eine Kerze in deinem Herzen brennen - leuchtend und wärmend.
(Möge das Glück dir immer nahe sein - Irische Segenswünsche für jeden Tag - S. 618)

So segne uns und alle, die uns nahe sind, der allmächtige und barmherzige Gott -
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Singet Lob und Preis - Dank sei Gott, dem Herrn!

Lied: Gl 831, 1-3: Gott, dein guter Segen…

Ausmalbild für Kinder

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