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Hausgottesdienst am
30. Sonntag im Jahreskreis - B
Weltmissionssonntag
24. Oktober 2021

Lied: Gl 481, 1+4+5: Sonne der Gerechtigkeit…

Kreuzzeichen
evtl. Entzünden einer Osterkerze oder einer anderen Kerze

Gedanken zur Hinführung:
Das Kirchenjahr neigt sich seinem Ende entgegen. In gut vier Wochen beginnt die Adventszeit. Heute feiern wir mit der ganzen Kirche den Weltmissionssonntag, der in diesem Jahr unter dem Leitwort steht: Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun. Beispielland ist in diesem Jahr Senegal, an der Westküste Afrikas, das als Vorbild gilt für das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen. Mit unserem Bistum feiern wir das Kirchweihfest unseres Würzburger Kiliansdoms und die Pfarrei St. Kilian feiert ebenfalls das Kirchweihfest ihrer Pfarrkirche.

Stimmen wir ein in das Lob Gottes:
Loblied: Gl 389, 4: Dass du mich einstimmen lässt...

Gebet:
Guter Vater,
du hast alle Menschen nach deinem Ebenbild erschaffen.
Wir sind alle deine Kinder.
Auf der ganzen Welt feiern Christen heute den heiligen Sonntag.
Sie loben dich und danken dir durch Jesus Christus,
deinen Sohn, unseren Herrn und Gott,
der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und wirkt in Ewigkeit.
(Anton Dinzinger - Heidi Ehlen - Gottes bunter Regenbogen - S. 55)

Halleluja: Gl 721 oder 716

Aus dem Heiligen Evangelium nach Markus (Mk 10, 46b - 52)
Als Jesus mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho wieder verließ, saß an der Straße ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir! Viele wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich. Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. Und Jesus fragte ihn: Was soll ich dir tun? Der Blinde antwortete: Rabbuni, ich möchte wieder sehen können. Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen. Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinem Weg.
oder: In leichter Sprache:
Einmal ging Jesus eine Straße entlang. Viele Leute gingen zusammen mit Jesus die Straße entlang. Die Leute redeten alle durcheinander. An der Seite von der Straße saß ein Mann. Der Mann hieß Bartimäus. Bartimäus war blind. Und arm. Bartimäus musste betteln. Bartimäus hörte, dass viele Leute vorbei gingen. Und dass alle Leute durcheinander redeten. Und aufgeregt waren. Bartimäus fragte die Leute: Was ist los? Die Leute sagten: Jesus kommt vorbei. Bartimäus freute sich. Bartimäus rief laut: Hallo, Jesus. Jesus, hörst du mich? Jesus, hilf mir. Die Leute wurden ärgerlich. Weil Bartimäus so laut schrie. Die Leute sagten zu Bartimäus: Halt den Mund! Aber Bartimäus schrie noch viel lauter: Hallo, Jesus. Jesus, hilf mir. Jesus hörte Bartimäus rufen. Jesus sagte zu den Leuten: Ich höre einen Mann. Der ruft ganz laut. Der Mann soll zu mir kommen. Die Leute sagten zu Bartimäus: Nur Mut. Jesus sagt, du sollst kommen. Bartimäus sprang auf. Bartimäus lief zu Jesus. Jesus fragte Bartimäus: Was willst du? Was soll ich für dich tun? Bartimäus sagte zu Jesus: Du bist ein lieber Mensch. Du kommst von Gott. Ich möchte so gerne wieder sehen können. Jesus sagte zu Bartimäus: Du glaubst, dass ich dir helfen kann. Darum kannst du ab jetzt wieder sehen. Sofort konnte Bartimäus sehen. Bartimäus war glücklich. Bartimäus ging jetzt mit Jesus mit. © katholisches bibelwerk

Lied: Gl 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht...

Predigtgedanken:
Bibliodrama ist eine kreativ-darstellende Zugangsweise zu biblischen Texten und gleichzeitig zur eigenen Persönlichkeit. Die Teilnehmenden übernehmen Rollen aus dem biblischen Text und agieren diese in improvisierendem Spiel in einer Gruppe aus. (Wikipedia)
Das heutige Evangelium würde sich gut anbieten, ein Bibliodrama zu gestalten. Aber auch wir können einmal versuchen, uns in die einzelnen Rollen ein wenig hineinzudenken, einmal in die Haut der einzelnen Hauptakteure zu schlüpfen. Nähern wir uns dem Bartimäus in seiner Blindheit. Sind nicht auch wir auf dem einen oder anderen Auge blind? Sind wir bereit und fähig über unseren eigenen Tellerrand hinaus zu blicken? Interessiert es uns, wie es Menschen in anderen Teilen unserer Welt geht oder interessiert uns nur der eigene Wohlstand und Lebensstandard? Sind wir blind für die Ängste, Sorgen und Nöte unserer Mitmenschen in unserer Umgebung? Oder empfinden wir uns auch manchmal als ohnmächtig und hilflos, weil wir in den komplizierten Abläufen unseres Lebens nicht mehr durchblicken und sind froh und dankbar für einen, der uns die Augen öffnet, der meine Wahrnehmung wieder schärft? Vielleicht steckt in uns aber auch ein Anteil von denen, die sich über Bartimäus ärgern und ihn zum Schweigen bringen wollen. Störenfriede sind nicht immer gern gesehen; Menschen, die den Finger in Wunden legen und auf Missstände aufmerksam machen. Mein Leben ist doch so schon schwierig genug und ich bin froh, dass es gerade so läuft,  dass ich mit meinem Alltag klar komme. Da brauche ich nicht noch jemand, der zusätzlich Unruhe bringt und die gewohnte und bewährte Ordnung über den Haufen wirft. Als dritte Gruppe entdecken wir die, die sich von Jesus ansprechen und anrühren lassen, die mit Verständnis, Mitgefühl und Empathie auf den Hilfesuchenden zugehen und ihm den Weg zu Jesus zeigen, die wollen, dass das Leben dieses Bedürftigen heil wird und ins Reine kommt. Und als letztes können wir uns auch in Jesus hinein denken. Jesus ergreift nicht gleich die Initiative. Er beginnt nicht gleich mit der Heilung. Am Anfang steht die Frage: Was soll ich dir tun? Vieles an unserem Miteinander in unserer Welt krankt vielleicht genau daran, dass wir nicht danach fragen, was konkret das Anliegen meines Gegenüber ist, sondern Antworten geben auf Fragen, die gar nicht gestellt wurden, dass wir von herab handeln, ohne zu überlegen, ob das, was wir an Hilfe anbieten, überhaupt den jeweiligen Bedürfnissen entspricht. Erst als Bartimäus ausdrücklich seine Bitte geäußert hat, wird Jesus aktiv. Mit Blick auf unser Kirche - Sein kann das am heutigen Weltmissionssonntag für uns bedeuten: Beginnen wir bei uns selbst. Achten wir auf unsere eigenen blinden Flecken und verlieren wir die Not und die Hilfsbedürftigkeit in unserem Umfeld und in der Welt nicht aus dem Blick. Hüten wir uns davor, andere mundtot machen zu wollen, weil sie unser so sehr geordnetes Leben durcheinander zu bringen drohen. Versuchen wir vielmehr, in dem Stimmengewirr unseres Alltags die Stimme Jesu heraus zu hören, die uns ruft zu Solidarität und Hilfsbereitschaft, in dem Rahmen, der uns möglich ist. Und letztlich: Handeln wir nicht von oben herab; suchen wir den Dialog; versuchen wir unser Gegenüber zu verstehen in seinen Bedürfnissen und Anliegen. „Lasst uns nicht müde werden, das Gute zu tun!“ - Dieses Wort des Apostels Paulus aus dem Galaterbrief (Gal 6,9), ist ein hoher Anspruch, kann aber auch helfen, miteinander das Leben so zu gestalten, dass es für alle Menschen zu einem Leben in Fülle werden kann. Oft sind es schon kleine Schritte, kleine Zeichen der Zuwendung, der Hilfe, die Situationen zum Guten hin verändern; wie es in einem Lied heißt:Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern.
Für Familien mit Kindern:
Bartimäus war blind. Aber sind wir Menschen nicht auch manchmal blind für bestimmte Dinge, obwohl wir mit unseren Augen eigentlich gut sehen können? Blind für die Schönheit der Natur, blind für die Sorgen und Nöten unserer Mitmenschen , blind für das, was wir gerade nötig wäre, blind für Gottes Gegenwart in unserer Welt. Jesus kann auch dich von deinen kleinen Blindheiten heilen. Aber du musst es auch selber wollen und wie Bartimäus sagen: Rabbuni, ich möchte wieder sehen können.
Jesus, ich bitte dich, hilf mir, damit ich sehe, was wirklich wichtig ist in meinem Lebe. Amen
(dkv - Mein Sonntagsblatt)

Glaubensbekenntnis: Wir dürfen gemeinsam unseren Glauben bekennen: sprechen oder singen: Gl 354: Gott ist dreifaltig einer...

Fürbittgebet
Die Fürbitten sind unser Gebet für die anderen. Es bedarf nicht vieler Worte, denn Gott kennt uns und weiß schon zuvor, worum wir bitten wollen. Wir können Fürbitten aussprechen, manchmal reicht es, die Namen derer laut auszusprechen, die man Gott ans Herz legen will, (v.a. aber auch die Menschen, die uns während des Predigtgesprächs eingefallen sind). Wir dürfen auch beten für verstorbene Freunde und Angehörigen. Wir dürfen Gott unsere Bitten aber auch still anvertrauen. Als Antwortruf eignen sich: Gl 182 oder Gl 817
oder:
Herr Jesus Christus, in deiner Hand sind wir geborgen. Du gibst uns die Kraft, auch in schwierigen Zeiten das Gute zu tun. Wir bitten dich:
➢ Für die Kirche im Senegal, die ihre Türen öffnet für die Freundschaft mit Menschen anderen Glaubens.
➢ Für die Menschen weltweit, die sich nicht beirren lassen von Hass und Spaltung, die sich über die Grenzen ihrer Religion hinweg einsetzen für Gerechtigkeit und Frieden.
➢ Für die Verantwortlichen in Kirche und Gesellschaft, die auch in Krisenzeiten mit offenen Händen aufeinander zugehen.
➢ Für die Menschen, die den Weg des Friedens verlassen haben, die hetzen und zu Gewalt aufrufen.
➢ Für die Einsamen, Kranken und Sterbenden, die sich nach einer tröstenden Hand sehnen.
➢ Für die Verstorbenen, die in deinen guten Händen ruhen.
Barmherziger Gott, du hörst unsere Bitten. Du gibst uns die Kraft, das Gute zu tun. Dir sei Lob und Dank, heute und alle Tage bis in Ewigkeit. (Arbeitshilfe missio)

Vater unser:
In Verbundenheit mit unseren christlichen Schwestern und Brüdern in aller Welt beten wir mit den Worten, die Jesus selbst uns gelehrt hat: Vater unser…

Lied: Gl 841, 1-3: Wo Menschen sich vergessen...

Gebet:
Lieber Gott,
du hältst die ganze Welt in deiner Hand.
So dürfen wir jeden Sonntag deine Freundschaft feiern.
Nun schickst du uns in die Welt,
damit wir deine Liebe weiter geben.
Sei uns jeden Tag nahe
durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen
(Anton Dinzinger - Heidi Ehlen - Gottes bunter Regenbogen - S. 58)

Segen:
Der dreieinige und barmherzige Gott
segne und behüte uns.
Er öffne unsere Augen, damit wir die Vielfalt des Lebens erkennen.
Er öffne unsere Herzen, damit wir aufeinander zugehen.
Er lenke unsere Hände, damit wir das Gute tun. (Nach: Arbeitshilfe missio)

So segne uns und alle, die uns nahe sind, der allmächtige und barmherzige Gott - der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Singet Lob und Preis - Dank sei Gott, dem Herrn!

Lied: Gl 832, 4+5: Herr, wir bitten: Komm und segne uns…

Wer von zu Hause aus die Arbeit von missio unterstützen möchte, kann eine Spende überweisen an: 
missio München
IBAN: DE96 7509 0300 0800 04
Stichwort: Weltmissionssonntag 2021

Ausmalbild für Kinder

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