logo st benedikt

Dienstag, 26. Oktober 2021
Dienstag der 30. Woche im Jahreskreis
- Tagesimpuls -

Tageslesungen:
Römer 8, 18-25
Lukas 13, 18-21

Lied: Gl 365: Meine Hoffnung und meine Freude...

Kreuzzeichen
einen der beiden Schrifttexte oder beide lesen

Stille - um die Worte der Hl. Schrift in sich nachklingen zu lassen

Lied: Gl 812, 1-3: Kleines Senfkorn Hoffnung...

Impuls:
Die Hoffnung stirbt zuletzt!“ - ist ein oft verwendetes geflügeltes Wort in unserer Zeit. Von seiner eigentlichen Bedeutung hat der Begriff „Hoffnung“ zu tun mit „hopen“, also hüpfen und meint, vor Erwartung unruhig springen. In unserer deutschen Sprache ist „Hoffnung“ positiv besetzt. Wir hoffen auf Gesundheit, Glück, Frieden, einen positiven Ausgang einer schwierigen Situation. Früher umschrieb man eine Schwangerschaft auch mit „guter Hoffnung sein“. Gleichzeitig hat Hoffnung auch mit einer gewissen Unwägbarkeit und Unsicherheit zu tun. So wie es auch Paulus im Römerbrief ausdrückt: Wie kann man auf etwas hoffen, das man sieht?“ Hoffnung verweist uns auf Zukunft, auf etwas, das wir noch anstreben und ersehnen; auf etwas, das noch seiner Erfüllung harrt. Deshalb ist Hoffnung auch immer etwas Spannendes, da wir nicht wissen, ob sich unsere Hoffnung erfüllt oder enttäuscht wird. Jesus kleidet eine Vorstellung von Hoffnung in das Bild des Senfkorns. Aus dem ganz kleinen und unscheinbaren Anfang erwächst ein imposanter Baum. Aus ihm und seinem Jüngerkreis erwächst eine weltumspannende Kirche. Aus dem Traum eines Franz von Assisi von einem konsequenten Leben nach dem Evangelium erwächst eine weltumspannende Ordensgemeinschaft, die die Kirche nachhaltig erneuert hat. Aus kleinen Anfängen kann Großes erwachsen, wenn der Hoffnung Raum gegeben wird.

Zum Nachdenken:
Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen. Die erste Kerze seufzte und sagte: „Ich heiße Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden, sie wollen mich nicht.“ Ihr Licht wurde immer kleiner und verlosch schließlich ganz. Die zweite Kerze flackerte und sagte: „Ich heiße Glauben. aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen. Es hat keinen Sinn mehr, dass ich brenne.“ Ein Luftzug wehte durch den Raum, und die zweite Kerze war aus.Leise und sehr traurig meldete sich nun die dritte Kerze zu Wort: „Ich heiße Liebe. Ich habe keine Kraft mehr zu brennen. Die Menschen stellen mich na die Seite. Sie sehen nur sich selbst und nicht die anderen, die sie liebhaben sollen.“ Und mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht ausgelöscht. Da kam ein Kind ins Zimmer. Es schaute die Kerzen an und sagte: „Aber, aber, ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!“ Und fast fing es an zu weinen. Da meldete sich die vierte Kerze zu Wort. Sie sagte: „Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir auch die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung.“ Mit einem Streichholz nahm das Kind Licht von dieser Kerze und zündete die anderen Lichter wieder an.
(Willi Hoffsümmer - Kurzgeschichten 5 - S.12/3)

Vater unser

Segen
Lebe in Frieden mit Gott,
wie du ihn jetzt für dich begreifst;
und was immer deine Mühen und Träume sind
in der lärmenden Verwirrung des Lebens -
halte Frieden mit deiner Seele.(Möge das Glück dir immer nahe sein - Irische Segenswünsche für jeden Tag - S. 622)

Es segne, führe und begleite uns der allmächtige und barmherzige Gott -
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen

Lied: Gl 446, 1-4: Lass uns in deinem Namen, Herr,...und/ oder Gl 536, 1+3: Gegrüßet seist du, Königin...

­