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Freitag, 16. Juli 2021
Freitag der 15. Woche im Jahreskreis
- Tagesimpuls -

Tageslesungen:
Exodus 11,10-12,14
Matthäus 12, 1-8

Lied: Gl 385, 1+4: Nun saget Dank und lobt den Herren...

Kreuzzeichen
einen oder beide Schrifttexte lesen

Stille - um die Worte der Hl. Schrift in sich nachklingen zu lassen

Lied: Gl 395, 1-3: Den Herren will ich loben…

Impuls:
613 Ge- und Verbote kennt die jüdische Tradition, zu denen auch die „Zehn Gebote“ und die Vorschriften zur Feier des Pessach - Festes gehören. Gebote und Verbote können hilfreich sein. Sie regeln unser Zusammenleben, behüten vor Gefahren, schaffen eine Grundordnung. Ge - und Verbote können aber auch hinderlich und einengend sein, wenn sich jemand nur an den Buchstaben klammert, aber nicht den eigentlichen Sinn des Ge - oder Verbots erfasst. Wir wissen um solche „Paragraphenreiter“, denen es nur um die Einhaltung irgendwelcher Vorschriften geht, die nicht hinter die Dinge schauen können, denen es an Weite fehlt. „Wenn ihr begriffen hättet, was das heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer, dann hättet ihr nicht Unschuldige verurteilt.“ Dieses Wort hält Jesus den Paragraphenreitern seiner Zeit entgegen. Er lebt aus der Barmherzigkeit des Vaters. Er lebt diese Barmherzigkeit. Er überwindet Mauern. Er holt herein statt auszugrenzen. Er ermöglicht Neuanfang statt einen Schlusspunkt zu setzen. Sein Wirken atmet Weite und damit befreit er und lässt Menschen neu aufleben.
Auch wir sollen uns immer wieder einüben in diese Haltung der Barmherzigkeit, Nachsicht üben und Vergebung gewähren, damit unsere Welt - wenn auch in kleinen Schritten - eine menschlichere, versöhnte wird.

Gebet:
Er führt uns heim (frei nach Psalm 126)
Wenn Gott uns heimführt aus den Tagen der Wanderschaft, uns heimbringt aus der Dämmerung in sein beglückendes Licht, das wird ein Fest sein!
Da wird unser Staunen von neuem beginnen. Wir werden Lieder singen, Lieder, die Welt und Geschichte umfassen. Wir werden singen, tanzen und fröhlich sein: denn Er führt uns heim:
aus dem Hasten in den Frieden, aus der Armut in die Fülle.
Wenn Gott uns heimbringt aus den engen Räumen, das wird ein Fest sein! Und die Zweifler werden bekennen: Wahrhaftig, ihr Gott tut Wunder! Er macht die Nacht zum hellen Tag; Er lässt die Wüste blühen!
Wenn Gott uns heimbringt aus den schlaflosen Nächten, aus dem fruchtlosen Reden, aus den verlorenen Stunden, aus der Jagd nach dem Geld, aus der Angst vor dem Tod, aus Kampf und aus Gier, wenn Gott uns heimbringt, das wird ein Fest sein! Dann wird er lösen die Finger der Faust, die Fesseln, mit denen wir uns die Freiheit beraubten. Den Raum unseres Lebens wird er weiten in alle Höhen und Tiefen, in alle Längen und Breiten seines unermesslichen Hauses.
Keine Grenze zieht Er uns mehr. Wer liebt, wird ewig lieben!
Wenn Gott uns heimbringt, das wird ein Fest sein. Wir werden einander umarmen und zärtlich sein. Es werden lachen nach langen Jahren der Armut, die Hunger gelitten. Es werden singen nach langen, unfreien Nächten die von Mächten Gequälten. Es werden tanzen die Gerechten, die auf Erden kämpften und litten für eine bessere Welt!
Wenn Gott uns heimführt, das wird ein Fest sein! Den Verirrten werden die Binden von den Augen genommen. Sie werden sehen. Die Suchenden finden endlich ein Du. Niemand quält sich mehr mit der Frage „Warum“. Es werden verstummen, die Gott Vorwürfe machten. Wir werden schauen, ohne je an ein Ende zu kommen.
Wenn Gott uns heimführt, das wird ein Fest sein! Der Mensch sät in Betrübnis, er leidet und reift! Es bleibt sein Ende ein Anfang! Wer sät in Betrübnis, wird ernten in Freude. Denn Gott, unser Gott, ist ein Gott der ewigen Schöpfung. Ein Gott, der mit uns die neue Erde, den neuen Himmel gestaltet. Er lässt uns kommen und gehen, lässt uns sterben und auferstehen. Der Sand unserer irdischen Mühsal wird leuchten. Die Steine, die wir zusammentrugen zum Bau unserer Welt, sie werden wie Kristalle glänzen. Wir werden uns freuen wie Schnitter beim Ernten.
Wenn Gott uns heimbringt aus den Tagen der Wanderschaft, das wird ein Fest sein.
Ein Fest ohne Ende!
(Martin Gutl - Der tanzende Hiob - S. 65)

Vater unser

Segen
Gott,
behüte das Haus, das Feuer, die Tiere,
jeden, der heute Nacht bei uns weilt.
Behüte mich und meine Lieben.
Bewahre uns auch vor Feinden in dieser Nacht.
(Möge das Glück dir immer nahe sein - Irische Segenswünsche für jeden Tag- benno - S. 412)

So segne uns und alle, die uns nahe, sind der allmächtige und barmherzige Gott:
Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Lied: Gl 803, 1-3: Unser Leben sei ein Fest...und/ oder. Gl 535, 1+2: Segne du, Maria...

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