Hausgottesdienst am
16. Sonntag im Jahreskreis - A
19. Juli 2026
Lied:Gl 457, 1-3: Suchen und fragen...
Kreuzzeichen
evtl. Entzünden einer Osterkerze oder einer anderen Kerze
Gedanken zur Hinführung:
„In der Ruhe liegt die Kraft.“ heißt es in einem geflügelten Wort. Ein jeder Gottesdienst will uns zur Ruhe kommen lassen, damit wir wieder Kraft schöpfen können für unseren Alltag, die vielen Pflichten und Aufgaben. Ruhe kann uns auch helfen, uns in Geduld und Gelassenheit einzuüben. Ich darf auch einmal etwas stehen und liegen lassen. Nicht alles muss sofort erledigt werden.
Stimmen wir ein in das Lob Gottes:
Loblied:Gl 383, 2: Ich lobe meinen Gott, der mir den neuen Weg weist...
Gebet:
Verborgener Gott,
du lässt uns Menschen gewähren,
du wartest und greifst nicht ein.
Du gibst uns Zeit,
du öffnest Wege,
du redest zu uns in Langmut und Liebe.
Wir danken dir für deine Geduld.
Bring uns heute zur Besinnung.
Mach uns offen für dich.
Lass die ganze verlorene Menschheit hinfinden zu dir.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn (Messbuch 22/313)
Halleluja:Gl 174,1 oder 716
Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus - (Mt 13, 24-35)
Jesus erzählte der Menge noch ein anderes Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte.
Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg.
Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein.
Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten
Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut?
Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm:
Sollen wir gehen und es ausreißen?
Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen
aus.
Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich
den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es
zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune. Er erzählte ihnen ein
weiteres Gleichnis und sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn,
das ein Mann auf seinen Acker säte. Es ist das kleinste von allen Samenkörnern;
sobald es aber hochgewachsen ist, ist es größer als die anderen Gewächse und wird
zu einem Baum, sodass die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen
nisten. Und er erzählte ihnen noch ein Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie
mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das
Ganze durchsäuert war. Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge durch
Gleichnisse; er redete nur in Gleichnissen zu ihnen. Damit sollte sich erfüllen, was
durch den Propheten gesagt worden ist: Ich öffne meinen Mund und rede in
Gleichnissen, ich verkünde, was seit der Schöpfung verborgen war.
oder: In leichter Sprache
Jesus wollte den Menschen wieder von Gott erzählen. Und vom Himmel-Reich.
Das ist manchmal schwer zu verstehen. Darum erzählte Jesus Geschichten und
Beispiele. Jesus sagte: Mit dem Himmel-Reich ist es wie mit einem Bauer. Der Bauer
streute gute Weizen-Körner auf sein Feld. Daraus sollte guter Weizen wachsen.
Danach ging der Bauer nach Hause. Der Bauer hatte einen Feind. Der Feind wollte
den Bauer ärgern. Der Feind ging zu dem Feld mit dem guten Weizen. Der Feind
streute heimlich Unkraut auf das Feld. Der Bauer merkte das nicht. Bald fing der
Weizen zu wachsen an. Das Unkraut fing auch zu wachsen an. Nach einiger Zeit
konnte man genau merken, dass Unkraut zwischen dem Weizen war. Die Arbeiter
fragten den Bauern: Wieso ist Unkraut zwischen dem Weizen? Der Bauer sagte:
Bestimmt hat das der Feind heimlich gesät. Die Arbeiter fragten: Sollen wir das
Unkraut aus dem Boden ausreißen? Der Bauer sagte: Nein, lieber nicht. Sonst reißt
ihr den Weizen auch aus Versehen heraus. Der Weizen soll mit dem Unkraut zu
Ende wachsen. Bei der Ernte machen wir das so: Zuerst holen wir das Unkraut vom
Feld. Dann verbrennen wir das Unkraut. Danach ernten wir den Weizen. Den
Weizen sammeln wir in der Scheune.
Jesus erzählte ein anderes Beispiel vom Himmelreich. Jesus sagte: Mit dem
Himmelreich ist es wie mit einem Senfkorn. Zuerst ist das Senfkorn ganz klein.
Dann wächst das Senfkorn. Das Senfkorn wächst so groß wie ein Baum. Der Baum
ist größer als andere Bäume. Die Vögel können ein Nest in dem Baum bauen. Jesus
erzählte noch ein Beispiel vom Himmelreich.Jesus sagte: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einer Frau. Die Frau will Brot backen. Die Frau hat eine große Schüssel mit Mehl. Und andere Zutaten.Die Frau muss die Zutaten mit dem Mehl verkneten. Damit das Mehl zu einem richtigen Brotteig wird. Der Teig wird dicker und dicker. Zum Schluss wird der Teig ein großes dickes Brot.© katholisches Bibelwerk
Lied:Gl 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht...
Predigtgedanken:
Wir leben in einer schnelllebigen Welt. Wir kommunizieren in Sekundenschnelle mithilfe der sozialen Medien - per E-Mail, SMS, Instragram, whatsapp oder signal. Und die Glasfasertechnologie erhöht noch die Datengeschwindigkeit. Früher wurde ein Brief geschrieben. Der war einen bis zwei Tage unterwegs und ebenso lange dauerte es mindestens bis eine Antwort kam. Und wer kann sich noch an das Telefonieren mit dem Wählscheibentelefon erinnern. Auch unsere Autobahnen werden immer breiter, damit weniger Staus das Vorwärtskommen beschleunigen. Früher war man stundenlang zu Fuß oder tagelang mit der Kutsche unterwegs. Mittlerweile muss alles ruck-zuck gehen. Kommt eine Nachricht auf dem Handy an, muss sie sofort gelesen und beantwortet werden - egal, ob man man gerade mit dem Auto oder dem E-Scooter oder auf dem Fahrrad unterwegs ist.
Was bei all dem verloren geht, ist die Geduld, die Gelassenheit, das Warten-Können.
Gleich drei Gleichnisse zum Himmelreich legt uns Jesus heute vor. Was haben sie gemeinsam?
Bei allen drei geht es um eben diese Geduld, die Gelassenheit, das Warten-Können.
Wenn das ausgesäte Weizenkorn austreibt, ist der junge Halm noch grün und so gut wie nicht von Unkraut zu unterscheiden. Erst wenn sich der Halm verfestigt, braun wird und die Ähre ausbildet, kann man den Weizen eindeutig vom grünen Unkraut unterscheiden.
Das kleinste Senfkorn braucht seine Zeit bis es zur großen Staude herangewachsen ist.
Und auch das Durchsäuern einer großen Menge Mehl mit ein wenig Sauerteig geht nicht von jetzt auf gleich. Man muss den Teig stundenlang gehen und ruhen lassen. So braucht auch die Verwirklichung des Himmelreichs Zeit. Frieden, Gerechtigkeit, Freiheit entstehen nicht von heute auf morgen. „Vor Gott sind tausend Jahre wie ein Tag.“ und der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt.
Was war das für ein Durchbruch, als die ersten Gespräche zwischen Adenauer und de Gaulle nach Jahrhunderten der Erbfeindschaft die deutsch - französische Freundschaft anbahnten.
Was war das für ein Durchbruch, als nach der Erfahrung des Holocaust die Gespräche zwischen Adenauer und Ben Gurion die deutsch-jüdische Aussöhnung anbahnten?
„Gut Ding will Weile haben!“ Mit Jesus ist vor zwei Jahrtausenden das Reich Gottes angebrochen. Aber es braucht Zeit, bis es wirklich vollendet ist. Dieses Reich muss wachsen. Und es braucht auch immer die Mitarbeit von Menschen und damit auch unsere Mitarbeit. Und es braucht die Geduld, die Gelassenheit, das Warten-Können.
Vielleicht kennen Sie/ kennt Ihr die Geschichte aus China von dem Mann, der seinen Pflanzen beim Wachsen helfen wollte:
Ein Mann hatte seinen kleinen Acker gut vorbereitet, gepflügt und gesät. Er wunderte sich nur nach ein paar Wochen, dass die Saat so langsam aufging. Bei seinem Nachbarn sah er schon kräftigen, grünen Wuchs!
Von Tag zu Tag wurde seine Geduld geringer. Er konnte vor Sorge nicht mehr schlafen.
Schließlich hatte er eine wahnwitzige Idee. Er lief zu seinem Feld und begann, die kleinen zarten Halme etwas in die Höhe zu ziehen. Das war natürlich eine mühsame Arbeit; aber schließlich war er fertig.
Er traf unterwegs seinen Nachbarn und sagte ihm, dass er seinem Korn beim Wachsen geholfen habe. Neugierig geworden, liefen sie zu seinem Feld und sahen alles zerstört und verwelkt. - Und noch lange lachte man im Dorf über den Mann, der nicht warten konnte.
Für Familien mit Kindern:
Ernte und Unkraut gemeinsam auf einem Feld, das klingt zunächst komisch. Vielleicht ist es auch in meinem Leben so. Manche Eigenschaften an mir sind gut und sie gedeihen, manches ist vielleicht noch nicht so optimal und trotzdem ist es da und gehört zu meiner Person. Erst im Laufe der Zeit erkennen wir, was wir fördern und was wir uns vielleicht abgewöhnen müssen. das braucht Geduld, Zeit und die richtige Erkenntnis. Was magst du an dir? Stört dich auch etwas?
Guter Gott, nicht alles an mir mag ich. Manchmal ärgere ich mich über mich selber, z. B. wenn ich…<hier ein wenig über das eigene Leben nachdenken> Hilf mir zu erkennen, wo ich mein Verhalten vielleicht verbessern kann. Amen (dkv - Mein Sonntagsblatt - 2020)
Glaubensbekenntnis:Wir dürfen gemeinsam unseren Glauben bekennen - gesprochen oder gesungen: Gl 354
Fürbittgebet
Die Fürbitten sind unser Gebet für die anderen. Es bedarf nicht vieler Worte, denn Gott kennt uns und weiß schon zuvor, worum wir bitten wollen.
Wir können Fürbitten aussprechen, manchmal reicht es, die Namen derer laut auszusprechen, die man Gott ans Herz legen will, .
Wir dürfen Gott unsere Bitten aber auch still anvertrauen.
Als Antwortruf eignen sich: Gl 182 oder Gl 817
oder:
V: Herr Jesus Christus, du lädst uns ein zu Geduld und Gelassenheit. Wir bitten Dich - Gl 182:
➢ Für alle, die sich schon lange nach einer versöhnten und gerechten Welt sehnen.
➢ Für alle, die durch die Verkündigung der Frohen Botschaft versuchen, die Hoffnung auf das Reich Gottes wach zu halten.
➢ Für alle, denen in ihrem Alltag Geduld und Gelassenheit fehlen.
➢ Wir halten eine kurze Stille und vertrauen Dir im stillen Gebet unsere Fragen und Anliegen an.
➢ Für unsere Verstorbenen, die wir Deiner Güte und Barmherzigkeit anvertrauen.
In Dir, Herr, unser Gott, finden wir Heimat und Antworten auf unsere Fragen.Dafür danken wir dir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Hinführung zum Vater unser: Herr Jesus, wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen. Der Vater im Himmel weiß um unsere Fragen, bevor wir sie aussprechen. So bitten wir um seine Antwort in dem Gebet, das du selbst uns gelehrt hast: Vater unser...
Lied:Gl 805, 1+2+5: Sing mit mir ein Halleluja...
Gebet:
Möge die Liebe stark sein und wachsen.
Gott, gib mir den Mut, die Hoffnung, die Kraft,
in eine Welt der Gleichgültigkeit,
der Verantwortungslosigkeit,
der Trägheit und der Unachtsamkeit
Liebe zu säen,
Empfindsamkeit zu pflanzen,
Zartheit zu behüten,
Verstehen zu hegen,
Brachliegendes zu bestellen,
Darbendes zu bewässern,
Überwucherndes zu beschneiden,
Knospendes zu schützen.
Mache mich frei von Hass und Gewalt.
Schenke mir Demut und Ehrfurcht vor dem Leben.
Segne den Boden,
segne die Saat,
segne die Frucht,
segne mein Tun.(Andrea Schwarz - in: Laacher Messbuch 2020)
So segne uns und alle, die uns nahe sind, der allmächtige und barmherzige Gott - der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Singet Lob und Preis - Dank sei Gott, dem Herrn!
Lied:Gl 400, 1+2: Ich lobe meinen Gott mit ganzem Herzen...
