Hausgottesdienst am
22. Sonntag im Jahreskreis C
31. August 2025
Lied:Gl 803, 1+2: Unser Leben sei ein Fest…
Kreuzzeichen
evtl. Entzünden einer Osterkerze oder einer anderen Kerze
Gedanken zur Hinführung:
„Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr.“ - So heißt es in einem Sprichwort und leider erleben wir oder begegnen wir immer wieder Menschen, die sich gerade an den zweiten Teil dieses Sprichworts halten und auf Biegen und Brechen nach ihrem eigenen Vorteil suchen und streben.
Doch wie wohltuend einem bescheidenen Menschen begegnen zu dürfen, der nicht immer nur im Vordergrund stehen will. Von diesen menschlichen Grundhaltungen hören wir auch heute in den Texten der Heiligen Schrift.
Stimmen wir zunächst ein in das Lob Gottes:
Loblied:Gl 172: Gott in der Höh sei Preis und Ehr...
Gebet:
Gott,
Dein Sohn ist zu uns gekommen,
nicht um sich bedienen zu lassen,
sondern um zu dienen.
Gib, dass wir von ihm lernen,
wie wir leben sollen.
Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus,
der in der Einheit des Heiligen Geistes
mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.(Messbuch - S. 307/8)
Lesung aus dem Buch Jesus Sirach (Sir 3, 17-18.20.28-29)
Mein Sohn, bei all deinem Tun bleibe bescheiden und du wirst mehr geliebt werden als einer, der Gaben verteilt. Je größer du bist, umso mehr bescheide dich, dann wirst du Gnade finden bei Gott. Denn groß ist die Macht Gottes und von den Demütigen wird er verherrlicht. Für die Wunde des Übermütigen gibt es keine Heilung, denn ein giftiges Kraut hat in ihm seine Wurzeln. Ein weises Herz versteht die Sinnsprüche der Weisen, ein Ohr, das auf die Weisheit hört, macht Freude. Wie Wasser loderndes Feuer löscht, so sühnt Mildtätigkeit Sünde. Wer Gutes tut, dem begegnet es auf seinen Wegen, sobald er wankt, findet er eine Stütze.
Antwortgesang:Gl 395, 1-3: Den Herren will ich loben
Halleluja: Gl 721 oder 716
Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - (Lk 14, 1.7-14)
Als Jesus an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen kam, beobachtete man ihn genau. Als er bemerkte, wie sich die Gäste die Ehrenplätze aussuchten, nahm er das zum Anlass, ihnen eine Lehre zu erteilen. Er sagte zu ihnen: Wenn du zu einer Hochzeit eingeladen bist, such dir nicht den Ehrenplatz aus. Denn es könnte ein anderer eingeladen sein, der vornehmer ist als du, und dann würde der Gastgeber, der dich und ihn eingeladen hat, kommen und zu dir sagen: Mach diesem hier Platz! Du aber wärst beschämt und müsstest den untersten Platz einnehmen. Wenn du also eingeladen bist, setz dich lieber, wenn du hinkommst, auf den untersten Platz; dann wird der Gastgeber zu dir kommen und sagen: Mein Freund, rück weiter hinauf! Das wird für dich eine Ehre sein vor allen anderen Gästen. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Dann sagte er zu dem Gastgeber: Wenn du mittags oder abends ein Essen gibst, so lade nicht deine Freunde oder deine Brüder, deine Verwandten oder reiche Nachbarn ein; sonst laden auch sie dich ein, und damit ist dir wieder alles vergolten. Nein, wenn du ein Essen gibst, dann lade Arme, Krüppel, Lahme und Blinde ein. Du wirst selig sein, denn sie können es dir nicht vergelten; es wird dir vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten.
oder: In leichter Sprache:
Einmal waren viele Gäste zu einem Essen eingeladen. Jesus war auch eingeladen.Alle Gäste wollten auf dem besten und wichtigsten Platz sitzen. Jesus merkte das.Jesus dachte: Bei Gott ist das ganz anders. Bei Gott sind alle Menschen wichtig.Bei Gott braucht keiner einen wichtigen Platz. Jesus wollte das den Gästen erklären.Jesus sagte: Vielleicht wirst du einmal zu einem großen Essen eingeladen. Da sollst du dich zuerst an den Rand setzen. Dann kommt der Gastgeber zu dir. Der Gastgeber sagt zu dir, wo du wirklich sitzen sollst. Dann hast du den richtigen Platz. Und die anderen Leute denken: Du bist ein guter Freund von dem Gastgeber. Die anderen Leute sind dann besonders freundlich zu dir. Wenn du dir aber selber einen wichtigen Platz aussuchst,ist das schlecht. Weil dann der Gastgeber kommt. Der Gastgeber sagt zu dir: Steh auf. Du sitzt hier falsch. Setz dich an eine andere Stelle. Dann musst du dich auf einen anderen Platz setzen. Das ist peinlich. Die anderen Gäste lachen dich aus. Jesus erklärte weiter:
Bei Gott ist es auch so. Gott will euch selber zeigen, wo euer Platz bei Gott ist. Auf diesem Platz ist es für euch am besten. Dann sagte Jesus noch etwas. Jesus sagte: Leute zum Essen einladen ist gut. Aber ihr sollt die armen Leute einladen:Zum Beispiel:– Die hungrigen Menschen.– Und lahme Menschen.– Oder blinde Menschen.– Oder obdachlose Menschen.Dann tut ihr wirklich etwas Gutes. Dann freut sich Gott. Gott wird sich eines Tages bei euch bedanken. © katholisches bibelwerk
Lied:Gl 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht...
Predigtgedanken:
„Make America great again!“ - Mache Amerika wieder groß bzw. großartig! Ich kann diesen Spruch nicht mehr hören. Vor allem macht mir mittlerweile Angst, was der amerikanische Präsident mit Blick auf sein früheres Wahlkampfmotto alles anzettelt an Strafzöllen, Einsatz der Nationalgarde in amerikanischen Großstädten ohne ersichtlichen Grund, Verhandeln von immer neuen so genannten Deals statt einer tragfähigen, aber verlässlichen Diplomatie, um nur einige Beispiele zu nennen.
Doch er ist ja momentan nicht alleine im Weltgeschehen mit den Formen der Großmannssucht und Überheblichkeit. Ob in Russland, China, Israel, Ungarn, Nordkorea - um wieder nur einige Beispiele zu nennen - erleben wir so genannte Staatenlenker, die fern aller Vernunft nach eigenem Gutdünken schalten und walten und sich keinen Deut um die Anliegen der ihnen anvertrauten Menschen kümmern. Nur die eigene Macht und deren Erhalt steht in deren Interesse. Ein solches Verhalten hat einen Namen: Wir nennen es Hochmut. Und der kommt ja sprichwörtlich vor dem Fall.
Dem gegenüber sprechen die biblischen Texte des heutigen Sonntags, von der Demut, einem Begriff der zugegebenermaßen ein wenig in die Jahre gekommen zu sein scheint, mit dem sich manche schwer tun, weil sie ihn mit sich unter Wert verkaufen, sich selber nicht genügend wertschätzen gleichsetzen.
Doch wenn wir der Bedeutung dieses Begriffs „Demut“ einmal ein wenig tiefer nachgehen, finden wir vielleicht zu einer etwas anderen Beurteilung.
Vom deutschen her betrachtet meint Demut wortwörtlich: Dien - Mut; der Mut zum Dienen, also für andere da zu sein, sich für andere einzusetzen; die eigenen Kräfte und Fähigkeiten anderen Mensch zugute kommen zu lassen. Und wie viele lebensnotwendige Berufe und Tätigkeitsfelder fallen uns da ein: Krankenpflegerinnen und - pfleger; Pflegekräfte in Alten - und Pflegeheimen; Betreuerinnen und Betreuer in Behinderteneinrichtungen; Polizei, Feuerwehr; THW; Mitarbeitende im Rettungswesen; Erzieherinnen und Erzieher und, und, und…
Manchmal unter Einsatz des eigenen Lebens bringen sich diese für andere ein; zumindest aber mit viel Herzblut und Idealismus bringen sie ihre Dienstbereitschaft zum Ausdruck.
Im Lateinischen steht für Demut humilitas - da steckt das Wort humus - der Mutterboden drin. Ein demütiger Mensch ist nach diesem Verständnis also nicht nur einer, der klein, niedrig, ohnmächtig oder schwach erscheint, sondern einer, der geerdet ist, der den Bodenkontakt nicht verloren hat und mit beiden Beinen fest im Leben, im Alltag mit seinen Anforderungen steht.
Jesus sagt von sich selbst im Matthäus-Evangelium: Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig;so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.
Jesus war ein so geerdeter Mensch, der mit beiden Beinen im Leben und auch in seinem Glauben stand. Er wusste sich verwurzelt in seiner Beziehung zu Gott, seinem Vater im Himmel und aus dieser Verwurzelung heraus konnte er sich den Fragen und Sorgen, den Ängsten und Nöten der Menschen annehmen, die ihm auf seinem Weg begegneten.
Aus dem Kinderbuch „Der Struwwelpeter“ kennen einige vielleicht noch die Geschichte des „Hanns Guck-in-die-Luft“, einem Jungen auf dem Weg zur Schule, der mit seinen Gedanken woanders ist und deshalb erst einen Hund über den Haufen rennt sowie anschließend zur Erheiterung der Fische samt Schulmappe ins Wasser fällt. Wir könnten
auch sagen, er sei ein Träumer, der die Wirklichkeit nicht sieht und nur seinen Wunschbildern nachrennt.
Wie steht es mit uns, mit mir selber? Kann ich von mir sagen: Ich habe einen guten Blick auf mein Leben, meinen Alltag, auf die Aufgaben und Pflichten, vor die er mich stellt? Empfinde ich mich als geerdet oder geht es mir manchmal auch wie dem Hanns Guck-in-die-Luft? Erlebe ich bei mir die Bereitschaft, mich für andere einzusetzen oder selber auch einmal zurückzustehen, damit auch die zum Zuge kommen, die es vielleicht nötiger haben?
Die Demut wirkt als Begriff vielleicht ein wenig verstaubt und aus der Zeit gefallen, doch mit ihrer Botschaft ist sie so aktuell wie eh und je.
Für Familien mit Kindern:
„Der will immer der erste sein!“ Kennst du das auch? Es gibt Kinder, die immer die ersten, besten, tollsten sein wollen. „Angeber“ sagen wir da meist „Vordrängler“ oder „Besserwisser“. Mit solchen Kindern wollen die meisten nicht viel zu tun haben. Da sind einem die ruhigeren, hilfsbereiten, die auch mal nachgeben und dem anderen den Vortritt geben, schon viel lieber. Denn diesen lässt man gerne mal den Vortritt und freut sich wenn sie einmal erster sind.
Lieber Gott, es ist schon manchmal schön, erster zu sein. Trotzdem möchte ich immer wieder daran denken, auch mal anderen den Vortritt zu lassen. Denn Freundschaft ist wichtiger als vornbe dran zu stehen.(dkv - Mein Sonntagblatt - 2010)
Glaubensbekenntnis:Wir dürfen gemeinsam unseren Glauben bekennen:
sprechen oder singen: Gl 354: Gott ist dreifaltig einer...
Fürbittgebet
Die Fürbitten sind unser Gebet für die anderen. Es bedarf nicht vieler Worte, denn Gott kennt uns und weiß schon zuvor, worum wir bitten wollen.
Wir können Fürbitten aussprechen, manchmal reicht es, die Namen derer laut auszusprechen, die man Gott ans Herz legen will. Wir dürfen auch beten für verstorbene Freunde und Angehörigen. Wir dürfen Gott unsere Bitten aber auch still anvertrauen.
Als Antwortruf eignen sich: Gl 182 oder Gl 817
oder:
Herr Jesus Christus, du willst unsere Augen öffnen für die Not und Bedürfnisse der Menschen, die mit uns dieses Leben teilen. Wir bitten dich:
➢ Für alle, die bereit sind, ihre Talente und Fähigkeiten für andere einzusetzen und ihnen mit ihrem Dienst das Leben leichter und lebenswerter zu machen.
➢ Für alle Menschen in den Kriegs - und Krisengebieten unserer Erde, die sich sehnen nach Frieden und einem Leben in Sicherheit.
➢ Für alle, die sich in ihrem Dasein und ihrem Einsatz für andere überfordern und an die Grenzen ihrer Belastbarkeit stoßen.
➢ Für alle, die schwer erkrankt sind und für alle, die sich um sie sorgen.
➢ Für alle, die sich in unseren Pfarrgemeinden ehrenamtlich für andere einbringen.
➢ Für alle unsere Verstorbenen, die wir der Barmherzigkeit Gottes anvertrauen.
Barmherziger Gott, du hat uns in deinem Sohn Jesus Christus deine Menschenfreundlichkeit gezeigt. Du bist uns nahe. Höre auf unsere Bitten und bleibe uns nahe - heute und alle Tage unseres Lebens. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Hinführung zum Vater unser:
Herr Jesus Christus. dein Blick war gerichtet auf deinen Vater im Himmel, aber auch auf die Fragen und Sorgen der Dir begegnenden Menschen. Im Vertrauen auf den Beistand des Vaters im Himmel beten wir mit deinen Worten: Vater unser…
Lied:Gl 440, 1-4: Hilf, Herr meines Lebens...
Gebet:
Gott,
Du hast uns verschiedene Gaben geschenkt.
Keinem gabst Du alles - und keinem nichts.
Jedem gibst du einen Teil.
Hilf uns,
dass wir uns nicht zerstreiten,
sondern einander dienen mit dem,
was Du einem jedem zum Nutzen aller gibst.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. (Messbuch - S. 309/14)
Segen:
So segne uns und alle, die uns nahe sind, der allmächtige und barmherzige Gott -
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Singet Lob und Preis - Dank sei Gott, dem Herrn!
Lied:Gl 805, 1+2+5: Sing mit mir ein Halleluja...