Hausgottesdienst am
4. Sonntag der Osterzeit - A
26. April 2026
Lied:Gl 421, 1-3: „Mein Hirt ist Gott, der Herr…“ oder:
Gl 830, 1-3: „Halte zu mir, guter Gott...“
Kreuzzeichen
evtl. Entzünden einer Osterkerze oder einer anderen Kerze
Gedanken zur Hinführung:
Der 4. Sonntag der Osterzeit trägt auch den Namen „Der-gute-Hirte-Sonntag“. In jedem Jahr begegnet uns in den verschiedenen Abschnitten des jeweiligen Sonntagsevangeliums Jesus als der „gute Hirte“. Wir vertrauen auf einen Gott, der mich kennt, der mich beim Namen ruft, der mir zu dem verhelfen will, was ich zum Leben brauche, der mich vor Leid und Not bewahren, der mich auf einem guten Weg zu einem guten Ziel führen will. Stimmen wir ein in das Lob auf, diesen Gott, der sich uns in Jesus, dem guten Hirten offenbart hat:
Lied:Gl 171: Preis und Ehre, Gott dem Herren...
Gebet:
Guter Gott, Vater im Himmel,
du lässt uns nicht allein.
Du schenkst uns in Deinem Sohn Jesus Christus
einen Hirten, der sein Leben
für uns hingegeben hat.
Wir danken Dir dafür
und bitten Dich:
Lass uns in unserem Beten und Singen,
im Hören auf Dein Wort und in unserer Gemeinschaft
spüren und erfahren,
dass DU uns in Deinem Sohn nahe bist.
Darum bitten wir Dich im Heiligen Geist
heute und alle Tage und in Ewigkeit.
Lied:Gl 483,4 - „Halleluja“
Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes - (Joh 10, 1-10)
So spricht der HERR: Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein
Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirte der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen. Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.
oder: In leichter Sprache
Jesus erzählte immer wieder von Gott. Und dass Jesus selber von Gott kommt.Und dass Jesus nur Gutes für die Menschen tun will. Jesus erzählte dafür ein Beispiel. Das Beispiel geht so: Schafe haben einen Stall. Das ist der Schaf-Stall. Der Schaf-Stall hat eine Tür. Die Schafe gehen durch die Tür in den Schaf-Stall. Der Mann, der auf die Schafe aufpasst, ist der Hirte. Der Hirte geht auch durch die Tür in den Schaf-Stall. Genauso wie die Schafe. Der Hirte kennt alle seine Schafe. Der Hirte hat jedes Schaf lieb. Der Hirte hat für jedes Schaf einen Namen. Der Hirte ruft jedes Schaf mit seinem Namen. Der Hirte führt die Schafe auf die Wiese. Der Hirte geht vor. Dann gehen die Schafe hinter dem Hirten her. Die Schafe hören und tun, wenn der Hirte etwas sagt. Die Schafe kennen ihren Hirten genau. Die Schafe können die Stimme von dem Hirten erkennen. Wenn der Hirte da ist, sind die Schafe in Sicherheit. Manchmal will einer die Schafe stehlen. Das ist ein Dieb oder ein Räuber. Der Räuber geht nicht durch die Tür in den Schaf-Stall. Der Räuber steigt heimlich durch das Fenster in den Schaf-Stall. Daran kann man merken, dass das ein Räuber ist. Manchmal kommt ein fremder Mann. Der fremde Mann ruft die Schafe wie der Hirte. Aber die Schafe merken, dass der fremde Mann eineandere Stimme hat. Die Schafe hören nicht auf den fremden Mann. Die Schafe rennen sofort weg. Dieses Beispiel erzählte Jesus seinen Freunden. Die Freunde verstanden nicht, was Jesus mit dem Beispiel sagen wollte. Darum erklärte Jesus das Beispiel. Jesus sagte: Ich bin selber die Tür zu den Schafen. Ich passe gut auf meine Schafe auf. Die Menschen sind wie die Schafe. Wer zu mir kommt, der ist in Sicherheit. Ich passe auf, dass die Menschen leben können. Und sich am Leben freuen. Manchmal kommen fremde Leute. Die fremden Leute sagen: Ich komme von Gott. Auf mich könnt ihr euch verlassen. Aber diese fremden Leute sind wie die Räuber und Diebe im Schaf-Stall. Diese fremden Leute wollen die Schafe nur stehlen. Und schlachten. Und umbringen. Jesus sagte: Ich bin die Tür. Wer zu mir
kommt, wird gerettet. Ich komme von Gott. Ich bin gekommen, damit ihr Leben in Fülle habt. Leben in Fülle heißt: Ein volles, frohes und gutes Leben. Ich bin gekommen, damit ihr ein volles, frohes und gutes Leben habt. © katholisches bibelwerk
Lied:Gl 281, 1+3: Also sprach beim Abendmahle...“
Predigtgedanken
An den letzten beiden Sonntagen haben 27 Kinder aus unserer Pfarreien - gemeinschaft ihre Erstkommunion gefeiert, haben zum ersten Mal den Leib Christi empfangen dürfen und haben damit - nach ihrer Taufe - den zweiten wichtigen Schritt in die Gemeinschaft der Glaubenden vollzogen. Jetzt bleibt zu hoffen, dass sie dieser Gemeinschaft auch treu bleiben und ihren Platz in dieser Gemeinschaft finden, um hier Angenommen - Sein, Wertschätzung und Anerkennung zu erleben bzw. die je eigenen Talente, Fähigkeiten und Begabungen einbringen zu können. Das ist nicht selbstverständlich. Wir erleben es in den letzten Jahren nicht nur in den Kirchen, sondern auch in Sportvereinen, Parteien oder Hilfsorganisationen, dass sich Menschen nicht mehr längerfristig binden wollen, mehr auf ihre Eigenständigkeit und Individualität setzen als auf ein Gemeinschaftsgefühl, das auch mit Verpflichtungen und Verantwortung verbunden ist.
Gemeinschaft kann etwas sehr Schönes sein; etwas, das trägt; das Sicherheit vermittelt, das Unterstützung anbietet, wenn es nötig ist.
Gemeinschaft kann aber auch ins Negative umschlagen. Dann sprechen wir vom Herdentrieb. Dann gibt es die Erfahrung von Massenhysterie. Dann kann sich eine ungesunde Gruppendynamik einstellen. Tief hat sich in mein Denken die schicksalhafte „Sportpalastrede“ von Joseph Goebbels am 18. Februar 1943 eingegraben mit der unsäglichen Frage: „Wollt ihr den totalen Krieg?“ und der ganze Saal jubelnd aufspringt. Auch bei anderen Großveranstaltungen erleben wir immer wieder solche Entgleisungen, die z.B. im Fußball in unkontrollierte Fanausschreitungen münden oder auch in einer Massenpanik enden können, in der Menschen zu Schaden oder sogar zu Tode kommen.
Ja, Gemeinschaft ist etwas sehr ambivalentes. Sie fordert immer auch die eigene Verantwortung, das eigene Mitdenken. In der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“ wird der Würzburger Professor für Fundamentaltheologie Matthias Remènyi mit den Worten zitiert: „Gönne dir den Luxus eigenständigen Denkens und halte Herz und Hirn weit und offen“.
Und ähnlich bringt es der Flörsheimer Pfarrer Friedhelm Meudt ins Wort, wenn er in einer Betrachtung zur heutigen Evangeliumsstelle schreibt: Ich möchte nicht teil einer Herde sein. Ich bin es nicht gewohnt, einem „Leithammel“ nachzulaufen. Und ich finde den Vergleich mit Schafen nicht wirklich hilfreich, ja sogar irritierend...Ich tue mich schwer mit Hirten und Anführern. Zu oft habe ich erfahren und manchmal auch selbst erlebt, wie schwierig es werden kann, wenn da einer meint, anderen den Weg vorgeben zu sollen und zu wissen, wo es langgeht.“ (Laacher Messbuch 2026 - s. 442)
Andererseits wissen wir aber auch aus eigener Erfahrung, dass Gemeinschaft immer eine gewisse Form der Leitung bzw. auch der An - Leitung braucht.
Mit Blick auf die so genannte antiautoritäre Erziehung wurde früher einmal die Frage eines Kindes im Kindergarten zitiert: „Müssen wir heute wieder machen, was wir wollen?“
Ja, Gemeinschaft braucht, Leitung und An - Leitung, aber eben eine, die es gut mit allen meint; die versucht, alle - mit ihren unterschiedlichen Interessen, Empfindungen und Empfindlichkeiten ernst zu nehmen und mit zu nehmen; niemanden leichtfertig auf der Strecke zu lassen.
In Jesus haben wir so ein Vorbild vor Augen; einen lebens - und glaubenskundigen Menschen, der mir einen guten Weg durch mein Leben aufzeigen, mich auf diesem Weg begleiten und führen will, der seine Hand schützend und wohlwollend über nicht halten will. Um noch einmal abschließend Pfr. Meudt zu zitieren: Seinem Weg nachzugehen..., das hat etwas für sich.
Für Familien mit Kindern:
Wenn ich Gott nicht kennenlerne, dann ist er für mich wie ein Fremder. Wie kann ich auf Gott vertrauen, wenn er mir fremd ist? Deshalb ist es wichtig, Gott kennen zu lernen. Dazu muss ich von ihm hören, seine Geschichten kennen, Menschen treffen, die mir von ihren Erfahrungen mit Gott erzählen. Dann kann Gott für mich wie ein Hirte werden, wie jemand, der mich anführt, dem ich gerne folge. Hast du das Gefühl, dass du Gott kennst?
Guter Gott, du sorgst für uns wie ein guter Hirte. Ich will dich immer besser kennenlernen, damit ich auf dich bauen und dir vertrauen kann. Amen
Glaubensbekenntnis:Gl 354: Gott ist dreifaltig einer...
Fürbittgebet:
Herr Jesus Christus, du bist der gute Hirte, der seine Herde nicht alleine lässt. Dich bitten wir:
➢ Um Versöhnung und Frieden für unsere zerrissene und geschundene Welt; um Gerechtigkeit und Sicherheit für alle Menschen; um Entscheidungen bei den Mächtigen dieser Welt, die zu einem sicheren Zusammenleben führen.
➢ Um eine Kirche, die bereit ist, sich dem Wirken des Heiligen Geistes immer neu zu öffnen, nach deinem Willen zu suchen und zu fragen und das Evangelium glaubwürdig und überzeugend zu leben.
➢ Um Männer und Frauen, die im Ehrenamt, in den kirchlichen und christlichen Gruppen, Verbänden und den kirchlichen Berufen dir und unserer Gemeinschaft dienen.
➢ Für unsere Verstorbenen – besonders für alle, die uns deine Stimme als dem guten Hirten erfahrbar gemacht haben.
Denn du. HERR, hast den Tod besiegt und uns das Leben gebracht. Dir sei Ehre in Ewigkeit. Amen.
Vater unser
Herr Jesus Christus, guter Hirte, du kennst jeden von uns mit Namen. Mit deinen Worten dürfen wir beten: Vater unser…
Lied:Gl 487,1-4 - „Nun singe Lob,...“
Gebet - Nach Psalm 23:
Herr,
du kennst mich,
du bist bei mir,
bei dir bin ich geborgen.
Um nichts brauche ich mich ängstlich zu sorgen.
Du sorgst, dass ich leben kann.
Du gibst mir Brot für jeden Tag
und die Möglichkeit, dir zu begegnen.
Oft ist es dunkel und hoffnungslos,
oft habe ich Angst.
Dann kann ich nicht erkennen,
wohin du mich führst.
Ich glaube und will danach leben:
Du kennst mich, du bist bei mir,
bei dir bin ich geborgen.
Du hast die Macht,
mich vor allem Unheil zu bewahren.
Auch wenn sich niemand meiner annimmt,
du bist bei mir,
du nimmst mich an,
du schenkst mir mehr, als ich erwarte und erhoffe.
Herr,
du verlässt mich nicht
und beantwortest meine Treulosigkeit
mit deiner Treue.
Ich bitte dich,
bleibe bei mir.
Bleibe bei uns allen,
alle Tages unseres Lebens
(Severin Schneider - dich suchen wir - Echter/Tyrolia - S. 97)
Segen:
So segne uns und alle, die uns nahe sind, der allmächtige und barmherzige Gott -
der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Singet Lob und Preis - Dank sei Gott, dem Herrn!
Lied:Gl 477, 2+3 - „Gott ruft sein Volk...“
Für Kinder zum Ausmalen
Quelle: www.familie.bistum-wuerzburg.de · Ausmalbild zum 4. Sonntag in der Osterzeit im Lesejahr A, Joh 10, 1-10
