Hausgottesdienst am
Fest der Heiligen Familie - A
28. Dezember 2025
Lied:Gl 751, 1+5...
Kreuzzeichen
evtl. Entzünden einer Kerze
Gedanken zur Hinführung:
„Familie als Ort der Hoffnung“ - das ist das Motto des Familiensonntags, den wir heute in den deutschen Bistümern begehen. Wir waren im zu Ende gehenden Heiligen Jahr nicht nur aufgefordert, „Pilger der Hoffnung“ zu sein, sondern wir sollen auch versuchen, unsere Familien, aus denen wir stammen, in denen wir aufgewachsen sind oder die wir neu gegründet haben, zu Orten der Hoffnung des Zusammenhalts und des Miteinanders zu machen.
Gebet:
Guter Gott,
in der Heiligen Familie
hast du uns ein Vorbild geschenkt..
Hilf auch unseren Familien,
in einem guten Miteinander und Füreinander zu leben,
Glauben und Gemeinschaft wach zu halten
und einander in Liebe verbunden zu bleiben.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus,
deinen Sohn, der unser Bruder geworden ist. (Nach: Messbuch)
Halleluja:Gl 721 oder 716
Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas (Mt 2,13-15; 19-23)
Als die Sterndeuter wieder gegangen waren, erschien dem Josef im Traum ein Engel des Herrn und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter, und flieh nach Ägypten; dort bleibe, bis ich dir etwas anderes auftrage; denn Herodes wird das Kind suchen, um es zu töten. Da stand Josef in der Nacht auf und floh mit dem Kind und dessen Mutter nach Ägypten. Dort blieb er bis zum Tod des Herodes. Denn es sollte sich erfüllen, was der Herr durch den Propheten gesagt hat: Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen. Als Herodes gestorben war, erschien dem Josef in Ägypten ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und zieh in das Land Israel; denn die Leute, die dem Kind nach dem Leben getrachtet haben, sind tot.
Da stand er auf und zog mit dem Kind und dessen Mutter in das Land Israel.
Als er aber hörte, dass in Judäa Archelaus an Stelle seines Vaters Herodes regierte, fürchtete er sich, dorthin zu gehen. Und weil er im Traum einen Befehl erhalten hatte, zog er in das Gebiet von Galiläa und ließ sich in einer Stadt namens Nazaret nieder. Denn es sollte sich erfüllen, was durch die Propheten gesagt worden ist: Er wird Nazoräer genannt werden.
oder in leichter Sprache:
Als Jesus geboren war, hatte Josef einen Traum. Im Traum kam ein Engel zu Josef.Ein Engel ist ein Bote von Gott. Der Engel sagte zu Josef: Josef, du musst dich beeilen. Nimm den kleinen Jesus. Und Maria. Und dann lauft schnell weg.Der König Herodes will Jesus ermorden.
Josef wurde wach. Josef stand sofort auf. Josef weckte Maria. Maria nahm Jesus auf den Arm. Dann liefen Josef und Maria mit Jesus schnell weg. Sie liefen bis in ein anderes Land. Das andere Land hieß Ägypten. Josef und Maria mit Jesus blieben in Ägypten. Eines Tages träumte Josef wieder. Im Traum sagte der Engel von Gott zu Josef: Der schlimme König Herodes ist gestorben. Du kannst mit Maria und Jesus wieder nach Hause gehen. Jetzt kann Jesus nichts mehr passieren. Josef, Maria und Jesus gingen wieder nach Hause zurück. Josef, Maria und Jesus wohnten in einem Haus in Nazaret.
Lied:Gl 450: Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht…
Predigtgedanken:
Fest der Heiligen Familie - welche Bilder gehen Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an die »Heilige Familie« denken? Vielleicht sehen Sie ja alte Andachtsbilder vor sich: eine blonde Maria, demütig und bescheiden; daneben ein grauhaariger Zimmermann, der dem blondgelockten, braven Jesusknaben zeigt, wie man mit Werkzeugen umgeht – Bilder aus einer längst vergangenen Welt.
Schauen wir einmal auf die Lebenswirklichkeit bei uns in Deutschland:
Eigentlich sollte das eigene Zuhause ein Ort sein, an dem sich Kinder sicher und geborgen fühlen. Trotzdem sind Gewalt und Angst für viele von ihnen trauriger Alltag. 30.994 Fälle von häuslicher Gewalt gegen Kinder und Jugendliche verzeichnete das Bundeskriminalamt im Jahr 2023. Die Anzahl der Opfer innerfamiliärer Gewaltdelikte ist dabei im letzten Jahr um 6,5 Prozent gestiegen.
Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer noch deutlich höher ist. Denn häusliche Gewalt gegen Kinder findet oft von der Außenwelt unbemerkt statt: Die Betroffenen sind zu jung, um sich zu wehren oder schweigen aus Scham.
Aktuelle Statistiken zeigen außerdem, dass in 73 % der Fälle von Kindeswohlgefährdungen – durch Vernachlässigung sowie psychische, körperliche
oder sexuelle Gewalt – die Gefährdung von den eigenen Eltern ausging. Noch nicht aufgeführt ist die häusliche Gewalt gegen Frauen.
Oder schauen wir auf andere Teile unserer Erde: auf die Familien, die unter Krieg und Terror zu leiden haben, die durch Kriegsereignisse Hab und Gut verloren haben und seit Jahren in primitivsten Zeltstädten leben müssen oder die unter patriarchalen Strukturen leiden, in denen der Mann alle Entscheidungen trifft und in denen die „Familienehre“ mitunter mit Gewalt verteidigt wird.
Und dennoch bleibt die Familie ein wichtiger Ort. Die Familie ist für jeden und jede von uns der Ort der ganz persönlichen Menschwerdung, des Aufwachsens, des Hineinwachsens ins Leben. Das gelingt einmal besser und einmal schlechter. Auch da gibt es die hellen und die dunklen Seiten. Die hellen des Füreinander - da - Seins, des gegenseitigen Helfens; aber auch die dunklen des Allein - gelassen - Werdens, des Nicht - verstanden - Seins oder der gegenseitigen Entfremdung, des Nebeneinander - her - Lebens.
Und dennoch zeigen uns die heutigen biblischen Texte etliche Facetten auf, für die Familie stehen kann und stehen sollte. Einen Raum des liebevollen Miteinanders zu schaffen, in dem Geduld mit den Fehlern und Schwächen des Anderen erfahrbar wird. Ein Raum, der geprägt ist von gegenseitiger Toleranz und Vergebungs -bereitschaft, wo Neuanfänge immer wieder möglich sind. Familie, ein Ort der Hoffnung, in dem man füreinander Verantwortung übernimmt, wo Eltern versuchen, ihre kleinen Kinder zu beschützen und Schaden von ihnen fern zu halten, ein Ort, wo erwachsene Kinder sich um ihre schwächer werdenden und pflegebedürftigen Eltern kümmern.
In Josef begegnen wir einem Vater, der nicht nur seinen eigenen Willen, seine eigene Vorstellungen durchsetzt, sondern der auch immer wieder dafür offen ist, was Gott ihm eingeben will. Er nimmt seine Träume ernst und zieht aus seinen traumhaften Begegnungen mit Gott die richtigen Schlüsse.
In Maria begegnen wir einer Frau, die ihre Lebensplanung in die Hände Gottes legt und das einmal von ihr gesprochene: „Mir geschehe, wie du es gesagt hat“ immer wieder auch in anderen herausfordernden Lebenssituationen erneuert.
In Jesus begegnen wir einem Kind Gottes, das von seiner Geburt bis zu seinem Sterben in Gott seinen guten Vater im Himmel gesehen und in allen Lebenslagen ihm sein Leben anvertraut hat.
In diesem Sinne können auch in unserer Zeit Familien Orte der Hoffnung sein.
Für Familie mit Kindern:
Ein neugeborenes Kind ist ein großartiges Wunderwerk und ein Geschenk Gottes. Sicherlich war dies Maria und Josef bewusst, als sie Jesus zum Tempel brachten. Der Lobpreis Simeons hat sie in ihrem Wissen zudem noch bestärkt.
Und auch deine Eltern sind hoffentlich glücklich, dass es dich gibt. Denn du bist ebenfalls ein Geschenk Gottes.
Gott, du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoß meiner Mutter. Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiß: Staunenswert sind deine Werke. (Ps 139, 13 f)(Mein Sonntagsblatt - dkv - 2008)
Lied:Gl 241, 1+2: Nun freut euch, ihr Christen...
Fürbittgebet
Die Fürbitten sind unser Gebet für die anderen. Es bedarf nicht vieler Worte, denn Gott kennt uns und weiß schon zuvor, worum wir bitten wollen.
Wir können Fürbitten aussprechen, manchmal reicht es, die Namen derer laut auszusprechen, die man Gott ans Herz legen will, .
Wir dürfen Gott unsere Bitten aber auch still anvertrauen.
Als Antwortruf eignen sich: Gl 182 oder Gl 817
oder:
Jesus, du hast auch den Schutz und die Geborgenheit deiner Familie erfahren. Wir bitten dich:
➢ Für alle unsere Familien, die sich bemühen einander Halt und Sicherheit zu schenken.
➢ Für alle, die durch den Glauben an Dich Deine Schwestern und Brüder geworden sind und miteinander Wege im Glauben suchen.
➢ Für alle, die sich einsam und verlassen fühlen und niemanden haben, dem sie sich anvertrauen können.
➢ Für alle, die sich für andere einsetzen, ihnen Nähe und Geborgenheit schenken in diakonischen und caritativen Einrichtungen.
➢ Für unsere Verstorbenen, die einen bleibenden Platz in unseren Herzen und unserer Erinnerung haben sollen.
Herr, unser Gott, du willst für uns da sein und für uns sorgen wie ein guter Vater und eine liebende Mutter. Dafür danken wir dir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
Vater unser
Lied:Gl 752, 1+3: Freu dich, Erd und Sternenzelt...
Gebet:
Guter Gott,
als Kind ist Jesus Christus auf die Welt gekommen
und hat die Sorgen und Nöte von uns Menschen geteilt.
Wir danken dir für deine Gegenwart,
wenn wir in deinem Namen zusammenkommen,
um Gottesdienst zu feiern,
wenn wir uns bemühen,
in deinem Geist zu leben.
Hilf uns, besonders aber den Kindern,
Wege zum Leben zu zeigen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
( Regina Kraus: Da berühren sich Himmel und Erde - S. 54)
Segen
So segne uns und alle, die uns nahe sind, der allmächtige und barmherzige Gott - der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Singet Lob und Preis - Dank sei Gott, dem Herrn!
Lied:Gl 753, 1: Singen wir in Fröhlichkeit…


