Hausgottesdienst am
Ostersonntag im Jahreskreis A
05. April 2026
Lied:Gl 775, 1-3: Das neue Morgenrot erglüht...
Kreuzzeichen - evtl. Entzünden einer Kerze
Gedanken zur Hinführung:
Die Osternacht liegt hinter uns. Wir haben das Osterfeuer und die neue Osterkerze entzündet. Wir stehen am Ostermorgen. Das Grab ist leer; der Held erwacht, der Heiland ist erstanden - wie es in einem alten Osterlied heißt. Er will uns mitnehmen auf den Weg zum Leben. Er will uns Anteil schenken an der Erfahrung der Auferstehung.
Gebet:
Lebendiger Gott,
heute ist ein wunderbarer Tag:
Jesus ist von den Toten auferstanden!
Er hat Dunkelheit und Tod besiegt.
Licht und Leben hat er uns geschenkt für immer.
Wir danken dir, dass wir mit ihm auferstehen und ewig leben dürfen.
Gib uns durch Jesus die Kraft, andere aufzurichten
und ihr Leben hell und froh zu machen,
damit Ostern wird hier und überall.
Lass uns leben in österlicher Freude
durch Jesus Christus im Heiligen Geist, heute und in Ewigkeit. Amen.
(Christine Willers-Vellguth: Das große Werkbuch Fastenzeit/ Ostern - S. 92)
Ruf vor dem Evangelium:Gl 174,1 oder 175,2
Aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 20, 1-18)
Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.
Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.
Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab; sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als erster ans Grab.
Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein.
Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle.
Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte. Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste. Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück.Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat.
Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war.
Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen.
Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister.
Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.
Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.
oder in leichter Sprache:
Maria von Magdala war eine Freundin von Jesus. Maria von Magdala wollte das Grab von Jesus besuchen. Maria von Magdala ging früh am Morgen los.Draußen war noch alles dunkel. Eigentlich war ein dicker Stein vor dem Grab von Jesus. Aber als Maria von Magdala kam, war der Stein weg. Maria von Magdala bekam einen Schreck. Maria von Magdala dachte: Andere Leute haben Jesus aus dem Grab weggenommen.
Maria von Magdala rannte schnell zu Petrus. Petrus war gerade mit einem anderen Freund zusammen. Das war der Freund, den Jesus besonders lieb hatte. Maria von Magdala sagte zu Petrus und zu dem anderen Freund: Jesus ist weg. Andere Leute haben Jesus aus dem Grab weggenommen. Wir wissen nicht, wo Jesus ist.
Petrus und der andere Freund rannten schnell zum Grab. Der andere Freund war zuerst da. Der andere Freund guckte in das Grab. Im Grab lagen weiße Tücher.
Petrus ging in das Grab hinein. Petrus sah auch die weißen Tücher. Die weißen Tücher waren von der Beerdigung. Jesus war bei der Beerdigung in die weißen
Tücher eingewickelt. Der andere Freund ging auch in das Grab hinein. Der andere Freund sah sich alles an. Der andere Freund glaubte jetzt: Jesus ist wirklich auferstanden. Petrus und der andere Freund gingen wieder nach Hause.
Maria von Magdala stand immer noch vor dem Grab. Maria von Magdala weinte.Maria von Magdala sah auch in das Grab hinein. Im Grab saßen 2 Engel.Die Engel hatten ein weißes Gewand an. Ein Engel saß am Kopfende.Der andere Engel saß am Fußende vom Grab. Ein Engel fragte Maria von Magdala:
Frau, warum weinst du?
Maria von Magdala sagte: Einige Leute haben Jesus aus dem Grab weggenommen.Ich weiß nicht, wo Jesus jetzt ist.
Dann drehte sich Maria von Magdala um. Da stand ein Mann hinter Maria von Magdala. Der Mann war Jesus. Aber Maria von Magdala merkte nicht, dass es Jesus war. Jesus fragte Maria von Magdala: Frau, warum weinst du? Wen suchst du?
Maria von Magdala dachte, der Mann ist ein Gärtner. Maria von Magdala sagte: Herr, hast du Jesus weggebracht? Sag mir, wohin du Jesus gebracht hast. Ich will Jesus holen.
Jesus sagte: Maria.
Da drehte sich Maria von Magdala zu Jesus um. Maria von Magdala erkannte, dass der Mann Jesus ist. Maria von Magdala sagte voller Freude: Mein lieber Meister.
Jesus sagte zu Maria von Magdala: Halte mich nicht fest. Geh schnell zu meinen Freunden. Sag meinen Freunden: Ich gehe zu meinem Vater im Himmel. Mein Vater ist auch euer Vater. Ich gehe zu meinem Gott. Mein Gott ist auch euer Gott.
Maria von Magdala rannte zu den anderen Freunden. Maria von Magdala erzählte voller Freude: Ich habe Jesus gesehen. Jesus hat gesagt: Ich soll euch Bescheid sagen. Maria von Magdala erzählte alles, was Jesus gesagt hat.
Lied:Gl 321: Surrexit Dominus vere… oder:
Gl 329,1+2: Das ist der Tag, den Gott gemacht...
Predigtgedanken
Ostern - Fest des Lebens: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?
Ostern - Fest des Friedens: Shalom alecheim - Der Friede sei mit Euch; der Ostergruß des Auferstandenen an seine trauernden Jünger.
Fest des Lebens - wirklich? In diesen Tagen, in denen der Krieg im Nahen und Mittleren Osten unvermindert weiter geht und immer neue Todesopfer fordert; obwohl die Juden in diesen Tagen ihr Pessach-Fest feiern.
Fest des Lebens - wirklich? In diesen Tagen, in denen die russische Führung auch in diesem Jahr die Bitte um einen Waffenstillstand über die Tage des orthodoxen Osterfestes ablehnt?
Fest des Friedens - wirklich? Wo sich die Konfliktparteien wechselseitig verdammen und verurteilen.
Ostern - Fest des Lebens - wirklich? Die Altstadt in Jerusalem ist wie ausgestorben. Nur wenige werden durch die Polizei - und Militärkontrollen an den Stadttoren durchgelassen. Die große Osterprozession ist ausgefallen. Die liturgischen Feiern zum Karfreitag und zur Auferstehungsfeier durften nur im kleinen Kreis stattfinden.
Ostern - Fest der Auferstehung: Auch in unseren Breiten streng genommen nur noch ein Fest „im kleinen Kreis“; gaben doch bei einer im März veröffentlichten Umfrage nur noch 21 % der Befragten an, Ostern sei für sie ein religiöses Fest. Für 28% ist es nur ein Familienfest; 12% sehen in Ostern einen Anlass zu Freizeit oder gemeinsamem Essen; ähnlich wir die 17 %, die sich über ein verlängertes Wochenende freuen und 11 % gaben an, in Ostern Frühlingsfest zu sehen.
So ist es auch nicht wirklich verwunderlich, dass der „Kreuzweg der Erwachsenen“ am Karfreitagfrüh in Leider an einem Haus vorbei kam, an dem gerade emsig die Hauswand neu gestrichen wurde.
Doch wir, die wir jetzt hier zusammengekommen sind, wir wollen miteinander das Leben feiern, das uns Jesus mit seiner Auferstehung gebracht hat.
Gerade angesichts des derzeitigen Zustand der Welt mit ihren vielen Unsicherheiten, mit den vielfältigen Formen der Angst, der Trauer, des Leids, des Unfriedens, mit allem Hass, aller Zerstörung braucht es ein Gegengewicht. Braucht es die Botschaft der Hoffnung, braucht es die Botschaft des neuen Lebens von Gott her.
Auch Jesus wurde ein Opfer von Hass, wurde ein Opfer von Fanatismus, von Selbstüberschätzung. Dennoch ist er seinen Weg konsequent gegangen - bis hinein in sein Sterben. Doch der Ostermorgen macht uns deutlich: der Hass, der Fanatismus, die Selbstüberschätzung, das Leid, die Trauer, der Tod sprechen nicht das letzte Wort über unser Leben, sondern eben die Botschaft des Engels: „Was sucht ihr den Lebenden bei Toten? Er ist nicht hier! Er ist auferstanden.“ Und gegen alle Trauer, allen Unfrieden, allen Streit, alle Gewalt, allen Krieg stellt der Auferstandene sein: „Der Friede sei mit euch!“
Friede kommt nicht durch Gewalt, von oben nicht und nicht von selbst - Gott will durch uns Frieden und Versöhnung schaffen. Die Jünger taten sich in den ersten Begegnungen mit dem Auferstandenen auch noch schwer, sich für ihn und seine Botschaft zu öffnen, ihn an sich heran zu lassen. Aber nur, wenn wir uns öffnen für diese Botschaft, diese Verheißung des Lebens, der Versöhnung und des Friedens kann wirklich Ostern werden, kann Auferstehung, kann neues Leben erfahrbar werden.
Die Theologin Andrea Schwarz schreibt in einer Ostermeditation:
Auferstehung
das ist nur möglich mit uns
und nicht gegen uns
wie will einer auferstehen
wenn wir ihn nicht auferstehen lassen
wie will einer
uns zum Leben rufen
wenn wir nicht wollen
Ostern - Auferstehung - neues Leben von Gott: Das muss sich immer wieder neu ereignen - erst in uns und dann auch durch uns selbst.
Credo - Lied:Gl 456, 2+4 ...Herr, du bist mein Leben...
Fürbittgebet
Die Fürbitten sind unser Gebet für die anderen. Es bedarf nicht vieler Worte, denn Gott kennt uns und weiß schon zuvor, worum wir bitten wollen.
Wir können Fürbitten aussprechen, manchmal reicht es, die Namen derer laut auszusprechen, die man Gott ans Herz legen will, .
Wir dürfen Gott unsere Bitten aber auch still anvertrauen.
Als Antwortruf eignen sich: Gl 182 oder Gl 817
oder:
Herr Jesus, auferstanden aus dem Dunkel des Todes in das Licht des neuen Lebens. Du nimmst uns mit in die Hoffnung auf die Auferstehung. Wir bitten dich:
➢ Christen in aller Welt und in allen Konfessionen feiern in diesen Tagen und Wochen Ostern. Gleichzeitig herrscht Krieg in der Ukraine, im Nahen und Mittleren Osten und an vielen anderen Orten dieser Erde. Schenke Bereitschaft zu Versöhnung und Frieden.
➢ Auch im Heiligen Land feiern die Christen Ostern, die Juden begehen ihr Pessachfest. Dennoch gibt es Gewalt und Konflikt. Lege die Bereitschaft zu Verständigung und Aussöhnung über das Land deiner Herkunft.
➢ Auch in diesen Ostertagen machen sich Menschen Sorgen um ihre eigene Gesundheit oder um die lieber Menschen. Sende Hoffnung, Geduld und Zuversicht in ihre Herzen.
➢ Du hast uns in der Osternacht von Neuem das Licht der Hoffnung auf neues Lebens geschenkt. Mache uns bereit, dieses Licht zu vielen anderen Menschen zu tragen.
➢ In diesen Tagen führt uns unser Weg vielleicht auch an die Gräber unserer Lieben. Wir bitten dich für alle unsere Verstorbenen, die über den Tod hinaus einen Platz in unseren Herzen und Erinnerungen haben.
Herr, unser Gott! Du hast Deinen Sohn Jesus Christus nicht im Tod gelassen. Du hast ihn auferweckt zum neuem Leben. Erneuere in uns die Hoffnung, dass auch wir einst Anteil erhalten an diesem Ostergeheimnis. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, unseren auferstandenen Herrn.
Hinführung zum Vater unser:
Herr Jesus Christus, du hast den Tod überwunden und uns von Neuem das Licht der Hoffnung geschenkt. Mit deinen Worten dürfen wir beten: Vater unser…
Lied:Gl 780,1+2: Preis dem Todesüberwinder…
Zum Nachdenken:
Vom Suchen zum Finden.
Vom Erstarren zum Aufbrechen.
Vom Weinen zum Lachen.
Das Leben blüht auf.
Nach der Angst der Mut.
Nach der Verzweiflung die Hoffnung.
Nach der Nacht der Tag.
Das Leben blüht auf.
Durch den Abstand zur Nähe.
Durch die Frage zur Antwort.
Durch die Trauer zur Freude.
Das Leben blüht auf.
Das ist Ostern -
immer wieder
im Kleinen
im Großen
Gott schenke dir zum Blühen seinen Segen. (Christiane Bundschuh- Schramm)
Gebet:
Gott,
wälz den Stein weg, der mich hindert zu glauben.
Ich möchte glauben, dass du das Leben bist
und dass du den Tod überwindest.
Ich möchte glauben,
dass du bereits damit begonnen
und Jesus zu einem neuen Leben auferweckt hast.
Wälz den Stein weg,
damit ich glaube und aufstehe
zu einem frohen Leben. Amen
(Anton Rotzetter im: Fastenkalender 2021- vivat)
Segnung der Osterspeisen:
Herr, du bist nach deiner Auferstehung deinen Jüngern erschienen
und hast mit ihnen gegessen.
Du hast uns zu dir eingeladen und diesen Ostergottesdienst mit uns gefeiert.
Segne dieses Brot, die Eier, das Salz und das Fleisch
und sei beim österlichen Feiern in unseren Häusern bei uns.
Schenke uns deine Liebe und erfülle uns mit Freude über Ostern, das neue Leben.
Darum bitten wir dich, Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
(nach: Benediktionale - S. 58)
oder:
Guter Gott,
wir danken dir für das Brot, die Eier
und alles, was wir für heute vorbereitet haben.
Du bist mit uns,
wenn wir diese Speisen gemeinsam genießen.
Wir bitten dich: Segne diese Speisen
und segne uns alle.
Amen (Ostern feiern - Diözese Linz - S. 15)
Segen:
Gott des Lebens!
Den Stein des Todes,
den Stein, der uns im Weg lag,
den Stein, der uns vom Leben trennte -
Du hast ihn weggerückt in jener Nacht.
Der Weg zum Leben ist frei.
Das Licht des Lebens vor Augen,
das Licht der Auferstehung im Sinn,
das Licht von Ostern im Herzen,
bitten wir dich:
Segne uns, o Gott,
Stirn, Mund und Hände,
damit wir dein Wirken begreifen,
Deine Botschaft der Auferstehung verkünden
und Deine Werke der Gerechtigkeit verrichten auf Erden.
(Ellen Ullrich/ Hildegunde Keul - Fastenkalender 2021 - vivat)
So segne uns und alle, die uns nahe sind, der allmächtige und barmherzige Gott - der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Singet Lob und Preis - Dank sei Gott, dem Herrn!
Lied:Gl 777,1+2: Heil uns Heil, Halleluja …
